Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Challenge2019

Monsieur Thomas und das Geschenk der Liebe von Gilles Legardinier

Als der Arzt Thomas Sellac erfährt, dass er eine inzwischen 20-jährige Tochter hat, fällt er aus allen Wolken. Wie soll er Emma nach so langer Zeit ein guter Vater sein? Hals über Kopf kehrt er in seine Pariser Heimat zurück und nimmt einen Posten an, den keiner haben will, um in Emmas Nähe zu leben: Er wird Direktor eines kleinen Altenheims mit nur fünf schrulligen Bewohnern und der wunderbaren Krankenschwester Pauline. Doch die älteren Herrschaften stellen sich als Glücksfall heraus – denn schnell kommen sie hinter das Geheimnis ihres liebenswürdigen Leiters und tun daraufhin ihr Möglichstes, um Vater und Tochter zu vereinen …

 

Goldmann Verlag, 448 Seiten



Wie auch schon bei Monsieur Blake und der Zauber der Liebe hat mich auch diese Geschichte besonders durch die skurrilen eigensinnigen Charaktere verzaubert. Sehr warmherzig und liebevoll, aber auch humorvoll und zeitweise ein wenig schräg erzählt Gilles Legardinier die Geschichte von Thomas Sellac, der erst 20 Jahre später erfährt, dass er eine Tochter hat und nun seinen Weg zu ihr sucht - und mit Hilfe der Senioren - auch findet.

Ein sehr unterhaltsamer Roman, gespickt mit der einen oder anderen Lebensweisheit. Ein Wohlfühlroman für die gemütlichen Stunden.


Nr. 55 Daggis Challenge




Nickname 31.10.2019, 07.36 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Bullet Journal Methode von Ryder Carroll

Der Erfinder der bahnbrechenden Bullet-Journal-Methode Ryder Carroll zeigt in diesem Buch, wie Sie endlich zum Pilot Ihres Lebens werden und nicht länger Passagier bleiben. Seine Methode hilft mit einer strukturierteren Lebensweise achtsamer und konzentrierter zu werden. Inzwischen lassen sich Millionen Menschen von ihm inspirieren. In diesem Buch erklärt er seine Philosophie und zeigt, wie Sie Klarheit ins Gedankenchaos bringen, wie Sie Ihre täglichen Routinen entwickeln und vage Vorhaben in erreichbare Ziele verwandeln. Mit nur einem Stift und einem Notizblock und Carrolls revolutionärer Technik werden Sie produktiver, fokussierter und lernen, was wirklich zählt - bei der Arbeit und im Privaten.

 

Rowohlt Taschenbuch, 352 Seiten

 



Ich liebe Tagebücher und Kalender jeglicher Art und ich wollte schon immer mal wissen, was die Bullet Journal Methode eigentlich ist. Deshalb griff ich zum Original und wurde nicht enttäuscht. Überraschenderweise wird hier sehr tiefsinnig und umfangreich das Thema angegangen. Wer viele Bilder und Beispiele erwartet, wird wohl eher enttäuscht werden. Da bietet das Internet mehr Vorlagen und Beispiele. Der Fokus hier liegt auf das Verständnis, der eigenen Individualität und Sinnhaftigkeit. Es gibt einen guten Leitfaden, wie man ein BuJo, wie es oft liebevoll genannt wird, beginnen kann, wachsen muss es beim Doing. Einige interessante psychologische Aspekte, Arten der Zielsetzung und deren Erreichung werden ebenfalls vermittelt. Wer sich wirklich intensiv damit beschäftigen und mehr erreichen möchte, als nur irgendwelche Termine zu notieren und bunte Bildchen zu malen, ist hier gut aufgehoben.

Das Buch hat eine schöne Aufmachung mit 2 Lesebändchen, die man auch braucht, wenn man damit wirklich "arbeiten" möchte.

 

Nr. 5

Nickname 24.06.2019, 10.21 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Das weiße Herz von Lukas Hainer

Der Abschlussband der fesselnden Saga um das dunkle Herz! Drei Wochen sind vergangen, seit Anna und Nick aus dem Gefängnis des dunklen Herzens entkommen konnten. In der wirklichen Welt sind sie sicher - oder nicht? Als die beiden der Hilferuf Elifs aus der Türkei ereilt, machen sie sich auf den Weg nach Istanbul. Dort werden sie Zeugen brutaler Polizeigewalt und müssen zugleich erleben, dass der Alptraum nicht vorbei ist: Das dunkle Herz hat begonnen, ihre Welt zu durchdringen. Aus England, Spanien und Frankreich häufen sich die Meldungen zu Gewalttaten. Niemand außer Anna und ihren Freunden ahnt etwas vom Ausmaß der Gefahr: Wenn sie das dunkle Herz aufhalten wollen, müssen sie sich ihren größten Ängsten stellen. Der Kampf scheint aussichtslos, doch wenn sie ihn verlieren, wer soll das dunkle Herz dann noch stoppen?

 

Ivi Verlag, 464 Seiten; Jugendbuch/Fantasy

 


Das weiße Herz ist die sehr düstere Fortsetzung von "Das dunkle Herz", in dem sich nun die zwei Welten miteinander vermischen. Anna und Nick versuchen in ihrer Welt, das dunkle Herz aufzuhalten. Das Abenteuer, dass die beiden Hauptprotagonisten dabei erleben, ist spannend und ungewöhnlich. Teilweise auch mit sehr brutalen und harten Szenen, die vielleicht nicht für jeden 14jährigen geeignet ist. Inwieweit die Handlungsweisen der beiden Teenager realistisch sind, vermag ich nicht zu beurteilen. Die Jugendlichen reagieren und agieren für mich schon sehr erwachsen.
Einige Fragen aus dem ersten Buch werden beantwortet, neue tauchen auf. Zwischenzeitlich war ich ein wenig verwirrt und musste Passagen zweimal Lesen, um nicht den Faden zu verlieren. Am Ende verdichten sich die Ereignisse und einige Dinge werden aufgelöst, was mir persönlich aber zu schnell ging. 
Insgesamt ein ungewöhnlicher und spannender Zweiteiler in einer schönen Aufmachung.

Nr. 34

Nickname 24.06.2019, 10.11 | (0/0) Kommentare | TB | PL

GERWOD III: Der Magier von Salvatore Treccarichi

GERWOD

Es wird die Geschichte vom Waldkehr Gerold und seinen Gefährten erzählt, die sich in einer fantastischen mittelalterlichen Welt gegen das Böse stellen, das durch einen zufälligen Fund eines alten Artefaktes wieder ins Leben gerufen wird und so das Leben aller Menschen und anderen friedlichen Lebewesen gefährdet. Der Kampf zwischen Gut und Böse in einer neuen Welt mit vielen neuen fantastischen Geschöpfen und magischen Möglichkeiten wird den Leser 10 Bände lang begleiten.

3. Teil der GERWOD-Serie: Der Magier

Das Abenteuer geht weiter. Begleiten Sie die Helden aus dem Fantasyepos Gerwod durch den dritten Teil der mehrteiligen Saga! Die Geschichte spielt in einer phantastischen und mittelalterlichen Welt voller Magie und neuartiger Geschöpfe. Es ist eine Welt, die zwar von den Menschen beherrscht, jedoch auch von vielen der sogenannten Alten Völker bewohnt wird. Der Magier Teramon trachtet danach, das Böse zur Macht zu führen. Unter seinen Gegnern sät er so lange Zwietracht, bis sie sich zerstreiten. Manfried tötet Alfons Erben und verhindert die Zerstörung des Eberkopfes. Zusammen mit Neron überwältigt er dabei den Adlerritter Herman. Die beiden Verräter machen sich auf den Weg, um das Artefakt Teramon zu übergeben. Unterdessen ist der Magier Helmko aus der Zwischenwelt zurückgekehrt. Er stellt sich auf die Seite der Allianz, die Teramon aufhalten möchte. Gelingt es ihm den übermächtigen Gegner zu besiegen? Aber auch der Eberpaladin Boralt, der Magierlehrling Bermer und der Baumritter Isidor setzen sich im Kampf gegen das Böse ein. Der Adlerritter Feodor, der Nachtalp Olef und der Waldkehr Gerold suchen weiter nach Gerwod. Von Norden aber droht eine neue Gefahr, denn der verdorbene Heilswart Gero führt eine küstländische Armee gegen das belagerte Bernstadt an. Die Gerwod-Serie richtet sich an alle Fantasyfans, die sich mit auf die lange Reise durch eine vollkommen neu erdachte phantastische Welt begeben möchten. [LINK zu Amazon]


Independently published, 473 Seiten, ISBN 978-1520808277

Die Suche um Gerwod geht weiter. An allen Fronten wird gekämpft. Und es wird keiner verschont. Auch eventuelle Lieblingsfiguren nicht. Der Autor schont den Leser auch nicht mit den unschönen Dingen, die im Krieg und im Kampf normal sind. Ich hatte da zeitweise beim Lesen meine Probleme mit, denn Salvatore Treccarichi schreibt sehr detailliert und lebendig, so dass sich die Szenen wie in einem Spielfilm vor dem eigenen Auge abspielen. Auch ich neige dazu, bei Filmen weg zu schauen, wenn die Szenen mir zu brutal werden. Beim Lesen wird das ein wenig schwieriger. So sehr mich die negativen Szenen mitnahmen, die auch vor ganzen Völkern nicht halt machten, so gut gefielen sie mir bei den Beschreibungen des Settings und von neuen Völkern und Figuren.  Und natürlich gibt es auch jede Menge spannende Szenen und amüsante Unterhaltungen, besonders der alte Paladin Boralt und der Magierlehrling Bermer (der eigentlich gar kein Lehrling mehr ist) sind zu meinen Lieblingen geworden. Das allerdings könnte beim Autor gefährlich werden. Für Überraschungen muss man auf jeden Fall gewappnet sein. Bei dieser Serie kann man nichts vorhersehen und ich wage auch keine Prognose, wer am Ende siegt und übrig bleibt.

Ein 10-Teiler, der wahrhaftig nichts für Zartbesaitete ist und auch die unschönen Dinge klar beim Namen nennt. Dennoch ein unglaublich spannendes Abenteuer in einer vielschichtigen Welt und mit facettenreichen Figuren.

Ich bleibe dran und übe mich im nächsten Band beim Blindlesen, falls der innere Film wieder zu gruselig für mich wird.

 

Gerwod I: Das Artefakt

Gerwod II: Alfons Erbe

Gerwod III: Der Magier

Gerwod IV: Bernstadt

Gerwod V: Die Bergfestung

Gerwod VI: Der Feldzug

Gerwod VII: Der Adler

Gerwod VIII: Hanols Söhne

Gerwod XI: Die Grenzhöhen (Frühjahr 2019)

Gerwod X: Ein reines Herz (Sommer 2019)

 

http://fantasy-salvatore-treccarichi.de/


Nickname 13.04.2019, 00.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Professor Chandra folgt dem Flow von Rajeev Balasubramanyam

Sein ganzes Leben hat Professor Chandra in Cambridge der Forschung geopfert. Und doch wird der berühmte Ökonom erneut beim Nobelpreis übergangen. Als Chandra infolge eines Fahrradunfalls auch privat Bilanz zieht, kommt er ins Grübeln. Von seiner Frau ist er geschieden, die drei Kinder sind in alle Welt verstreut, zu seiner jüngsten Tochter hat er keinen Kontakt. Was macht er nur falsch? Chandras Arzt empfiehlt, einfach mal kürzer zu treten und das Leben zu genießen. Aber wie um Himmels willen stellt man das an? Und was macht den Menschen eigentlich glücklich? In den Dingen des Herzens völlig ungeübt, begibt sich Professor Chandra auf eine abenteuerliche Reise. [randomhouse]

Verlag Wunderraum, 416 Seiten, ISBN 978-3336548057


Das ist einer dieser besonderen Romane, die mit viel Feingefühl und Witz an alte Zöpfe zieht und zum Nachdenken anregt. Die Hauptfigur, der 60jährige Professor Chandra, ist eigentlich ein eingefahrener eigenwilliger Charakter, der durch Zufall einen anderen Weg einschlägt und so ganz neue Erfahrungen und zu neuen Sichtweisen kommt. Man muss keine 60 Jahre alt werden, um die eine oder andere Ansicht vom Leben und von den Menschen um einen herum zu überdenken. Chandra hat sich eben viel Zeit gelassen. Dennoch nicht zu spät, um sich um seine Familie zu kümmern. Die Auseinandersetzung mit sich selbst und seinen Kindern werden vom Autor mit dem unaussprechlichen Namen sehr feinfühlig und leicht erzählt ohne gehobenen Zeigefinger. Und immer auch mit einer guten Portion Humor.

Und wer sich nicht mit philosophischen Fragen auseinandersetzen möchte, der findet hier einen unterhaltsamen Roman über Familie, Werte und seltsame Situationen. 

Das Buch selbst ist unglaublich schön gestaltet mit einem gelben Leinenrücken, Lesebändchen und einem fröhlichen Cover.


Nickname 12.04.2019, 00.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Perlenfrauen von Katie Agnew

Manchmal muss man alte Wunden öffnen, um sein Glück zu finden.

Zu ihrem 18. Geburtstag bekam die Schauspielerin Tilly Beaumont 1947 eine atemberaubend schöne Halskette geschenkt. Das Schmuckstück begleitete sie durch ihre ruhmreiche Karriere hindurch und zierte ihren Hals auf den glamourösesten Partys – bis sie auf einmal spurlos verschwand. Jahre später bittet Tilly ihr Enkelin Sophia, die Kette zu finden. Sophia hat gerade schmerzlich erfahren, dass man mit gutem Aussehen und dolce vita allein keine Rechnungen bezahlen kann. Die wertvolle Perlenkette könnte nun einige ihrer Probleme lösen. Aber was sind die eigentlichen Gründe für Tillys Auftrag? Und wie soll Sophia ein Erbstück finden, das sie noch nie gesehen hat? [randomhouse]

Heyne Verlag, 560 Seiten, ISBN 978-3453420298



Die Geschichte konzentriert sich hauptsächlich auf zwei Familiengeschichten innerhalb von zwei Zeitepochen und zwei Kontinenten sowie auf eine Perlenkette, die diese Familien unbewusst miteinander verbindet. Die Hauptprotagonisten Sophia war mir anfangs nicht sehr sympathisch, das hat sich im Laufe des Buches zwar ein wenig gelegt, aber so richtig warm wurde ich nicht mit ihr. Die Geschichte ihrer Großmutter Tilly gefiel mir da wesentlich besser, auch weil diese in Form von Briefen an Sophia in der Ich-Form geschrieben wurden. Die Lebensgeschichte von Aiko Watanabe, die aus der Familie der Perlentaucher stammt, hat mich sehr berührt. Als Nebenfigur wird Dominik am Anfang des Buches eingebracht, der sein Leben neu ordnen muss. Dann liest man lange nichts mehr von ihm, so dass man sich als Leser fragt, wozu man diese Informationen brauchte. Am Ende werden aber dann alle Stränge zusammengeführt und ergeben einen sinnvollen Schluss. Manches hätte man vielleicht etwas kompakter erzählen können. Dennoch ein wirklich schönes Buch mit einem flüssigen Erzählstil.

Nickname 26.03.2019, 15.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Dämonenkriege: Dunkelkönig von Michael Hamannt

Als der Dämonenjäger Ryk bei einem Einsatz seine beiden Gefährten an einen Dämon verliert, den es seit Hunderten von Jahren eigentlich gar nicht mehr geben dürfte, schwört er Rache. Währenddessen gelingt es der Gestaltwandlerin Catara, den wegen Mordes an seinem Vater angeklagten Thronprinzen Ishan aus dem Kerker zu befreien. Doch damit beginnen die Probleme für die beiden erst, denn all die dunklen Vorkommnisse sind nur die Vorboten eines drohenden Kriegs, der die Welt der Schwebenden Reiche in ihren Grundfesten erschüttern wird ... [randomhouse]

Heyne-Verlag, 752 Seiten, ISBN 978-3-453-31838-0





Der 1. Teil der Dämonenkriege begeisterte mich schon sehr, weil ich bis dato in dieser Form noch nichts über Dämonen gelesen hatte. Und diese Dämonen finde ich unglaublich spannend und facettenreich.

Die Fortsetzung beginnt direkt mit einem heftigen Prolog. Und es geht auch im Anschluss, angeknüpft an den Cliffhanger aus dem ersten Band, sofort rasant weiter. Michael Hamannt schafft es sehr gut, eine Verbindung herzustellen und wichtige Dinge aus dem ersten Teil einzuflechten. Es gibt viele ungeahnte Wendungen und auch der zweite Teil bietet eine Menge Überraschungen, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Die Figuren dürfen sich in ihrer speziellen Art und Weise weiterentwickeln und alle Facetten zeigen. Auch Gefühle und der Humor kommen nicht zu kurz. Besonders die verschiedenen Handlungsstränge und Erzählperspektiven machen das Buch spannend. Das Ende bzw. der Show down kam dann für mich viel zu schnell, und ich hätte am liebsten noch mehr davon gelesen. Die Dilogie ist in sich abgeschlossen, ich könnte mir aber durchaus noch Parallelgeschichten in dieser Welt vorstellen.

Ein rundum gelungener Zweiteiler und ein MUSS für jeden Fantasy-Fan. Man kann es kaum glauben, dass es sich hier um ein Erstlingswerk des Autors handelt. Ich hoffe doch sehr, bald mehr von ihm zu lesen.




Nickname 25.03.2019, 15.41 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Altes Land von Dörte Hansen

Das »Polackenkind« ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen – und wo Annes Mann eine andere liebt.

Mit scharfem Blick und trockenem Witz erzählt Dörte Hansen von zwei Einzelgängerinnen, die überraschend finden, was sie nie gesucht haben: eine Familie. [randomhouse]

Knaus Verlag, 304 Seiten, ISBN 978-3328100126




Ein Heimatroman über die Flüchtlinge aus der Nachkriegszeit, dem Leben im Alten Land und familiäre Beziehungsschwierigkeiten.

Dörte Hansen erzählt mit ihrer schnörkellosen, klaren und direkten Art die Geschichte des Flüchtlingskind Vera, die auf einem Hof im Alten Land gestrandet ist und dort viele Jahre später eine andere Art von "Flüchtling" aufnimmt, nämlich ihre Nichte Eva, die ihr Leben neu ordnen muss. Das Leben auf dem Land und die eigenwillige Charaktere werden sehr humorvoll und liebevoll skizziert. Man steht förmlich zwischen den Apfelbäumen und beobachtet die Bauern. Auch das alte Haus, in dem Vera wohnt und ihre Nichte aufnimmt, hat schon viel gesehen und gehört und knarzt sich förmlich in das Herz des Lesers. Ein schönes Buch, das die Thematiken zwar nur anreißt, aber trotzdem erreicht, dass man mal über Toleranz, Akzeptanz und miteinander Leben nachdenkt.

Schade finde ich nur, dass die plattdeutschen Sätze als Fußnote für Nicht-Dialektiker nicht übersetzt wurden. Das wäre sicherlich hilfreich für den Leser gewesen.


Nickname 25.03.2019, 13.59 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die Tinte ist ein Zündstoff von Marta Kijowska

Stanislaw Jerzy Lec - Der Meister des unfrisierten Denkens, eine Biografie von Marta Kijowska

Der begnadete Aphoristiker Stanislaw Jerzy Lec (1909-1966) war eine der schillerndsten Gestalten des literarischen Lebens in Polen. Als Nachfahre der Barone de Tusch-Letz hatte er eine bewegte Biografie: Kindheit in Lemberg und Wien um die Jahrhundertwende, zweifaches Todesurteil und Flucht aus einem KZ im Zweiten Weltkrieg, Diplomatenkarriere, Emigration nach Israel und Rückkehr ins stalinistische Polen. Der internationale Durchbruch als Autor gelang dem Kaffeehaus-Literaten mit der Aphorismen-Sammlung "Unfrisierte Gedanken". Marta Kijowska porträtiert den "Meister des unfrisierten Denkens" anhand von zeitgenössischen Stimmen und Selbstaussagen. [Klappentext]

Carl Hanser Verlag, 176 Seiten








Ich bin ein Riesenfan von seinen Aphorismen, weil er mit minimalistischer Wortgewalt den Nagel auf dem Kopf trifft. Seine Aphorismen sind kurz und knackig, ohne ein Wort zuviel. Sein bekanntestes Buch "Sämtliche unfrisierte Gedanken" vom Sanssouci-Verlag (LINK zu Amazon) beinhaltet 512 Seiten lang Aphorismen sowie ein paar seiner wenigen Gedichte und Prosa. 

Da lag es natürlich nicht fern, dass ich mir auch seine Biografie durchlese. Wer war der Mann, der mit so einer Treffsicherheit diese Aphorismen schreiben konnte. 

Stanislaw Jerzy Tusch-Letz wurde 1909 in Lemberg, Österreich geboren. Dort wuchs er auch auf und studierte Polonistik und Jura. Danach ging er nach Warschau, wo er als Lyriker und Satiriker bekannt wurde. Während des Krieges wurde er verhaftet und ins Konzentrationslager gebracht. Nach dem Krieg lebte er einige Jahre in Wien und erlangte eine gewisse Berühmtheit. Kurze Zeit verbrachte er auch in Israel, bevor er nach Warschau zurück kehrte und dort auch 1966 nach schwerer Krankheit verstarb.

In der Biografie kommen sowohl einige seiner Bekannten zu Wort (z.B. Marcel Reich-Ranicki, der zeitweise für ihn arbeitete) als auch er selbst, entweder in Form von Interviews oder von ihm geschriebene Briefe werden zitiert. Einige Bilder und Aphorismen runden diese Biografie ab. Man erfährt zumindest ansatzweise, woher er seine Weisheiten für die Aphorismen erlangte und wie sie entstanden sind. Nach dieser Lektüre erscheinen einige seiner Aphorismen in einem anderen Licht. Viele habe ich anders interpretiert. Erstaunlicherweise sind sie auch heute noch sehr aktuell, weil er sie immer allgemein gehalten hat, auch wenn er sich auf die damalige Zeit bezog.

Stanislaw Jerzy Lec ist in meinen Augen bis heute zeitlos. Seine Aphorismen passen in die heutige Welt, als hätte er sie gerade erst geschrieben.



Nickname 27.02.2019, 00.00 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die Schule der Egoisten von Eric-Emmanuel Schmitt

Ein philosophischer Krimi, der uns mit einem Augenzwinkern bis an die Grenzen des gesunden Menschenverstandes führt.

In der Pariser Bibliothèque Nationale entdeckt ein Philosophiestudent einen vergessenen Exzentriker, der im 18. Jahrhundert die Salons eroberte. Womit? Mit philosophischer Unverschämtheit und der Behauptung: „Alles, was ich sehe, höre und anfasse, existiert nur in meiner Vorstellung.“ Wer war dieser Languenhaert? Ein selbstverliebter Narr oder ein großer Philosoph? Was als virtuose Recherche beginnt, endet als turbulente Zeitreise. Geistreich und mit Humor zeigt E.-E. Schmitt wohin der Egoismus führt: in die Abgründe des Selbst. [Klappentext]

Fischer Taschenbuch, 176 Seiten





Das ist mein erstes Buch von Eric-Emmanuel Schmitt. Sein poetischer Schreibstil gefällt mir gut. Auch die Geschichte über den Philosphen Gaspard Languenhaert, der denkt, ER wäre die Welt (also gleich Gott) fand ich sehr amüsant und schräg. Der Mittelteil, in dem der Student nach seiner Recherche über den vergessenen Philosophen seine Geschichte zu Ende schreibt, kam mir dann ein wenig langatmig und konstruiert vor. Das Ende war dann auch recht abrupt und hinterließ bei mir gemischte Gefühle. Trotz allem ein sehr kurzweiliges Buch. Aber da gibt es sicherlich Bessere von ihm.


Nickname 26.02.2019, 00.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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