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Tag: Historisches

Grimms Morde von Tanja Kinkel

Der neue historische Roman der Spiegel-Bestsellerautorin Tanja Kinkel führt zurück in das neunzehnte Jahrhundert und verbindet märchenhaftes Setting und historische Spannung mit einer grausamen Mordserie. Rot wie Blut… 
Kassel, 1821: Die ehemalige Mätresse des Landesfürsten wird nach Märchenart bestialisch ermordet. Die einzigen Indizien weisen ausgerechnet auf die Gebrüder Grimm. Weil die Polizei nicht in Adelskreisen ermitteln kann, die sich lieber Bericht erstatten lassen, anstatt Fragen zu beantworten, kommen den Grimms Jenny und Annette von Droste-Hülshoff zur Hilfe. Ein Zitat aus einer der Geschichten, welche die Schwestern zur Märchensammlung der Grimms beigetragen hatten, war bei der Leiche gefunden worden. Bei ihrer Suche müssen sich die vier aber auch ihrer Vergangenheit stellen: Vorurteilen, Zuneigung, Liebe – und Hass, und diese Aufgabe ist nicht weniger schwierig. In einer Zeit, wo am Theater in Kassel ein Beifallsverbot erteilt wird, damit Stücke nicht politisch missbraucht werden können, Zensur und Überwachung in deutschen Fürstentümern wieder Einzug halten und von Frauen nur Unterordnung erwartet wird, sind Herz und Verstand gefragt. 
Geschickt verwebt Tanja Kinkel die privaten Verwicklungen von zwei der berühmtesten Geschwisterpaare der deutschen Literaturgeschichte in ein unglaubliches Verbrechen. Ein Mordsbuch.

480 Seiten, Droemer HC, LINK zu Amazon


Grimms Morde ist ein gut recherchierter historischer Krimi, der sehr anschaulich die Gesellschaft im 19. Jahrhundert nach der französischen Revolution aufzeigt. Besonders die Stellung der Frau in dieser Zeit wird hier gut herausgearbeitet. Der eigentliche Mordfall, der Bezug zu einem der Märchen hat, wird schnell zur Nebensache. Das heimliche Highlight in diesem Buch sind die sehr facettenreichen Charaktere und die Beziehungen der Familienmitglieder untereinander. Besonders die Charaktere von Jakob Grimm und Annette von Droste-Hülshoff, die zu dieser Zeit eine eher moderne und emanzipierte Frau repräsentiert, sind sehr prägnant und stark herausgearbeitet. Vieles basiert auch auf tatsächlichen Begebenheiten. Das Nachwort, indem man erfährt, was Tatsache und was Fiktion ist, lohnt sich dabei auf jeden Fall zu lesen, wenn man sich mit der Geschichte der Grimms und Drostes auseinandersetzen möchte. Die Dialoge zwischen den Protagonisten sind sehr unterhaltsam und anspruchsvoll und machen richtig Spaß beim Lesen. Überhaupt ist die Sprache auf einem sehr hohen Niveau und daher ist es kein Buch zum einfach herunterlesen.

Der eigentliche Kriminalfall gerät eher in den Hintergrund, auch wenn während des Buches die Geschwisterpaare gemeinsam ermitteln und versuchen, den Mörder zu finden. Als Leserin interessierte mich zeitweise gar nicht mehr, wer denn eigentlich der Mörder ist. 
Als Krimi fand ich diesen Roman nicht ganz so spannend, auch wenn man als Leser bis zum Ende im Dunkeln tappt. Die eigentliche Auflösung kommt dann sehr plötzlich daher. Da hätte ich mir noch ein wenig mehr Raum gewünscht, auch wenn das Schlussszenario schon sehr spektakulär ist.
Tatsächlich war während des Lesens der Vorfall in Bökendorf, wo Annette das Opfer einer Intrige wurde, für mich am spannendsten. 

In der Gesamtheit betrachtet ist das ein äußerst interessanter Roman mit einer wunderbaren Sprache und spannenden Figuren.



Nickname 07.11.2017, 15.35 | (3/0) Kommentare (RSS) | PL

Der Widerschein von David Schönherr


Link zu Amazon

Beschreibung:

Die ungeheuerliche Geschichte des jungen Genies Ferdinand Meerten, der mit seinen Zeichnungen die Welt veränderte: Die Niederlande im 18. Jahrhundert: Als das Waisenkind Ferdinand Meerten Pfarrer Hobrecht in die Arme gelegt wird, ahnt dieser nicht, welches Genie in dem Vierjährigen steckt. Doch bald wird deutlich: Ferdinand ist kein gewöhnlicher Junge. Schon wenige Wochen nach seiner Ankunft geschehen merkwürdige Dinge in dem kleinen Dorf, die den Pfarrer verunsichern und ihn Schlimmes ahnen lassen. Als er eines Tages ein Dutzend Blätter mit Kohlezeichnungen des Jungen findet, begreift er: Diese Skizzen überragen nicht nur alles, was er bisher gesehen hat, sondern üben eine magische, geradezu gefährliche Anziehung auf ihn aus. Zu gefährlich für Hobrecht ...

254 Seiten


Es fällt mir schwer, über dieses Buch etwas zu schreiben. 254 Seiten für einen historischen Roman sind schon arg wenig, genauso liest es sich leider auch, eher wie ein Exposé als ein fertiger Roman. Die Grundidee hat durchaus Potenzial und hätte zu einem spannenden Roman werden können. Leider bleiben die Protagonisten farblos, die Sprache ist eher im Nacherzählstil gehalten und wenig lebendig, Spannungsaufbau gibt es gar nicht. Das Ende ist auch eher abgehakt und liest sich unfertig. Sogar 254 Seiten können verdammt lang werden.

Wirklich schade, denn der Handlungsablauf hätte sogar mehrere Genres vereinen und eine Menge spannender Szenen hervorbringen können.

 


 

Nickname 08.10.2013, 21.57 | (0/0) Kommentare | PL

Historische Romane

Historische Romane, die mich gefesselt haben:


  • Die Päpstin von Donna W. Cross
  • Der Graf von Monte Christo von Alexandre Dumas
  • Der Name der Rose von Umberto Eco (historischer Krimi)
  • Die Pfeiler der Macht von Ken Follett
  • Die Puppenspieler von Tanja Kinkel
  • Schwabenkinder von Elmar Bereuter

Nickname 11.05.2011, 21.21 | (0/0) Kommentare | PL

Die Schwabenkinder von Elmar Bereuter

Beschreibung lt. Amazon:

Bitterarm sind die Menschen im Bregenzerwald. Die unverschuldet in Not geratene Bauernfamilie Meser beschließt, ihren neunjährigen Sohn Kaspanaze auf den Kindermarkt nach Ravensburg zu schicken, wo er von einem grausamen Bauern ersteigert wird. Doch schon bald erträgt er dieses Leben nicht mehr und läuft davon. Eine abenteuerliche Flucht beginnt … Jahrhunderte lang zogen viele »Schwabenkinder« wie Kaspanaze jedes Frühjahr über die schneebedeckten Alpen nach Oberschwaben, um dem Hunger zu entkommen. Elmar Bereuter erzählt anhand eines bewegenden Einzelschicksals vom Leben jener Sklavenkinder und enthüllt ein dunkles Kapitel europäischer Geschichte.


Elmar Bereuter hat sehr gut über die Schwabenkinder recherchiert und in Form dieses Romanes über den 9jährigen Kaspanaze ein Fallbeispiel erzählt, wie es tatsächlich gewesen sein könnte. Es berührt, weil einem bewusst wird, dass es erst 150 Jahre her ist und es zum Teil noch Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts Schwabenkinder gab. Dadurch, dass Bereuter seinen Erzählstil an die damalige Sprache angepasst hat, ist man auch direkt in der Geschichte gefangen und erlebt die beschriebenen Situationen sehr direkt mit. Ein Buch, das berührt, das nachdenklich macht, das traurige und schaurige Momente hat, aber auch kleine Lichtblicke enthält.

Am Schluss hat mir persönlich eine Szene gefehlt und die eingebaute kleine Liebesgeschichte empfand ich eher als überflüssig. Es schadet dem Buch allerdings auch nicht und ich kann diese Lektüre nur sehr empfehlen.

Buchwert45.gif

Der Klappentext ist leider etwas irreführend und assoziiert eher ein Abenteuerroman. Ein Abenteuer war es für Kaspanaze sicherlich, allerdings ist die im Klappentext erwähnte "abenteuerliche Flucht" nur wenige Seiten lang und nicht Hauptbestandteil des Buches.



Nickname 26.01.2010, 09.02 | (5/5) Kommentare (RSS) | PL

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