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Tag: SciFi

Ewiges Leben von Andreas Brandhorst

Die Journalistin Sophia erhält einen scheinbar harmlosen Auftrag: Für den Biotechnologie-Konzern Futuria soll sie ein Porträt für die Firmengeschichte verfassen. Futuria wird wegen seiner Verdienste um die gentechnische Heilung von Krankheiten wie Krebs und der Forschungen auf dem Gebiet der Lebensverlängerung geschätzt. Doch je tiefer Sophia gräbt, desto unheimlicher wird ihr das Unternehmen, dessen Gründer, der legendäre Salomon Leclerq, seit einigen Jahren verschwunden ist. Sie stößt auf Hinweise, dass Futuria den genetischen Schlüssel für die Unsterblichkeit gefunden hat. Doch hinter der Verheißung von ewigem Leben verbirgt sich ein düsteres Geheimnis, ein großangelegter Plan, den das Unternehmen verfolgt. Gemeinsam mit dem abtrünnigen Casper muss Sophia alles daransetzen, den Plan zu vereiteln. Denn Futuria hat nicht vor, sein Wissen nur zum Wohle der Menschheit einzusetzen ...[Amazon]

704 Seiten, Piper-Verlag, LINK zu Amazon

Ein spannender Future-Thriller mit Nachgang

Die Themen hier sind vielfältig. Die Journalistin Sophia, einer der Hauptprotagonisten, muss sich nicht nur der der geraden sehr aktuellen Gentechnik stellen, die ihr eigenes Leben retten könnte, sondern auch der künstlichen Intelligenz, die sich in der virtuellen Realität Eden wiederspiegelt und den religiösen Fragen und damit auch den Fanatikern dieser Welt. Und als ob das noch nicht genügen würde, ist auch ihr reales Leben mit neidischen Kontrahenten und Exmännern nicht unbedingt voller Harmonie. Ganz schön viel für eine Person und damit auch mein einziger Kritikpunkt an diesem Buch. Denn alles wird nur kurz angerissen. Die Themen sind an sich schon so komplex, dass der Tiefgang da ein wenig fehlt. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen kommt man als Leser ganz schön ans Grübeln, das nachhaltig wirkt.
Die Geschichte an sich ist rasant und spannend durch die wechselnden Perspektiven aus Sicht der Journalistin Sophia, dem Fanatiker Jossul und dem Papst Pius erzählt. Der Schreibstil von Andreas Brandhorst ist unglaublich spannend und flüssig zu lesen und man ist sofort in der Geschichte drin. Es entwickelt einen Sog, wo man nur schwer aufhören kann. Und die eine oder andere Überraschung hat er auch noch parat.

Nickname 30.12.2018, 00.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

TERRA von T.S. Orgel

In der Zukunft hat sich die Erde in ein ökologisches Wrack verwandelt. Der Mond ist ein einziges Bergwerk, und alle Hoffnungen liegen nun auf der Besiedlung des Mars. Dessen Terraforming ist in vollem Gange, und mit Raumfrachtern werden die Rohstoffe des roten Planeten abtransportiert. Jak ist Mechaniker an Bord eines dieser vollautomatischen Frachter, der gerade mit zwei Millionen Tonnen Erz auf dem Weg zur Erde ist. Was er nicht weiß: Einer der Container ist vollgestopft mit Bomben. Und auch Jak hat ein paar Geheimnisse zu verbergen. Für ihn und seine Schwester Sal, die als Marshal auf dem Mond stationiert ist, beginnt ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit, bei dem es um nichts weniger geht als um das Schicksal des Planeten Erde …[Amazon]

512 Seiten, Heyne-Verlag, LINK zu Amazon

TERRA ist der erste Science-Fiction Roman der Brüder Tom und Stephan Orgel und meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Der Schreibstil ist locker und flüssig, die Figuren spannend erzählt. Besonders die Geschwister Jak und Sal kommen sehr gut bei mir an und man fiebert von Anfang an mit. Schon der Prolog hat mich in den Bann gezogen. Ungewöhnlich ist hier, dass der Prolog in drei Kapitel unterteilt immer weiter in die Vergangenheit geht. Das machte die Geschichte noch um einiges interessanter. Auch die wechselnde Erzählperspektive, die auch die unterschiedlichen Settings beschreibt, erhöht den Spannungsbogen. Fasziniert hat mich auch, dass in der so fortschrittlichen Welt die eine oder andere altmodische Technik doch noch für etwas gut ist und die Dialoge darüber fand ich sehr amüsant. Erschreckend bei SciFi-Romanen ist immer wieder, wie wenig Einfluss der Mensch im einzelnen nur noch hat und alles weitgehend von der Technik gesteuert wird. Und dass es fanatische und größenwahnsinnige Gedanken immer geben wird.
Die Aufmachung des Buches mit den Zeichnungen von den Frachtern und dem Mond und dem Anhang mit Glossar und Personenverzeichnis fand ich sehr hilfreich. Ich finde, ein perfektes Einsteigerbuch für das Genre SciFi, weil es nicht mit zu viel Technik überladen wurde und die Geschichte im Vordergrund stand.


Nickname 29.12.2018, 00.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Das Imago-Projekt von Robert Corvus

Für die letzten freien Menschen, die in einem Schwarm aus 28 Großraumschiffen durch die Galaxis ziehen, ist die zerstörte Erde nur noch eine ferne Erinnerung. Verfolgt von gnadenlosen Feinden stoßen sie auf eine Intelligenz, die fremder nicht sein könnte: Eine gigantische Sphäre umhüllt einen Stern. Wer immer dort lebt – er beweist schon beim Erstkontakt, dass er der Menschheit weit überlegen ist. Aber die Kommunikation mit der Sphäre gestaltet sich schwierig und Hinweise auf ein sogenanntes Imago-Projekt deuten auf eine verstörende Wahrheit hin. Das Militär rüstet zum Kampf gegen die Sphäre, doch Kara Jeskon glaubt fest an ihren Traum, dass es jenseits der Konflikte auch die Chance auf Frieden gibt. Kann sie den Kontakt zur geheimnisvollen Sphäre nutzen, um der Menschheit eine Zukunft zu eröffnen, die sie mit sich selbst und dem Universum versöhnt? (Klappentext)

Piper-Verlag, 496 Seiten, LINK zu Amazon



Das Imago-Projekt - eine literarische Reise durch die Zukunft und der Philosophie

Das Imago-Projekt ist der Fortsetzungsroman von Feuer der Leere, kann aber durchaus auch separat gelesen werden. Es empfiehlt sich allerdings, auch den 1. Teil zu lesen, um bereits ein Gefühl für den Schwarm und die handelnden Personen und unterschiedlichen Raumschiffe zu erhalten. Ich brauchte beim ersten Teil eine Zeit, bis ich mich gedanklich eingelesen hatte. Beim 2. Teil war ich ziemlich schnell in der Geschichte und der jeweiligen Lebensform drin. Die technischen und physikalischen Erklärungen stellten mich aber auch hier vor die eine oder andere Herausforderung.

Der Schwarm, eine Kooperation zwischen vielen verschiedenen Raumschiffen mit sehr unterschiedlichen Lebensweisen, Lebensphilosophien und Eigenarten, so wie in unserer heutigen Welt auch schon, ist auf der Suche nach alten Kolonien und somit nach Überlebenden der alten Menschheit. Neben der bereits in Feuer der Leere vorkommenden MARLIN, die eine eher diplomatische Lebensweise vertritt, der SQUID, ein lebendiges Raumschiff, dass Mutter genannt wird und Menschen bei sich leben lässt sowie die ESOX, deren Focus auf künstliche Intelligenz und den Zentralcomputer setzt, lernen wir auch die PAYARA kennen, die als militärische Einheit eher auf Kampf und Sieg aus ist.

Nach einer ungemütlichen Reise durch den Rotraum trifft der Schwarm auf eine gigantische Sphäre, die eine ganze Sonne umhüllt und somit viele Rätsel aufgibt. Ebenfalls unklar ist, ob sie dem Schwarm freundlich oder feindlich aufgestellt ist. Die erste Kontaktaufnahme und die Entscheidung, wie man damit umgeht und wer welche Interessen vertritt, löst schon Konflikte innerhalb des Schwarms aus, da nicht alle Großraumschiffe an einer friedlichen Koexistenz glauben. Dabei entsteht ein großes Konfliktpotenzial.

Als ob das nicht genug Spannung wäre, versucht eine rebellische Gruppe von der ESOX, einer Lebensform, die sich stark an künstlicher Intelligenz orientiert und sich am liebsten ganz mit dem Zentralrechner ihres Raumschiffes verbinden würden, ihre alten Freiheiten wieder zu erobern, die ihr der Schwarm vor einiger Zeit gewalttätig genommen hat. Kara, die Hauptprotagonistin, steckt als Diplomatin mittendrin in den Geschehnissen und versucht, die Auseinandersetzung diplomatisch ohne Gewalt zu lösen. Ein schwieriges Unterfangen.

Neben den spannenden Ereignissen tauchen auch immer wieder philosophische Fragen auf, die diesen Roman besonders lesenswert machen und zum Nachdenken und Reflektieren anregen. 

Ist es moralisch vertretbar, einer anderen Lebensform seine eigene aufzuzwingen? Wie weit kann Technik gehen und ab wann verliert der Mensch das Mensch sein? Was genau macht den Menschen aus? Könnte künstliche Intelligenz die Menschen ganz ausschalten und überflüssig machen?

Auch hier treffen wir auf Vorurteile, vorschnelle Entscheidungen, Intoleranz und Ignoranz sowie Fanatismus. Und auch hier kann der Fehler eines Einzelnen die ganze Gattung Mensch ausrotten oder in Gefahr bringen.

Besonders gut gefallen haben mir die einzelnen Rückblenden, hier benannt als sogenannte Speicherbilder, die im Laufe des Buches immer mehr Aufschluss darüber geben, was die Sphäre sein könnte. Auch die Darstellung der einzelnen Figuren, die so unterschiedlich handeln und doch verständlich aufgrund ihres Backgrounds und ihrer Lebenseinstellung haben mich mitgenommen und mich bewusst werden lassen, dass man doch mal öfters seine Perspektive wechseln sollte. Wie schon die alten Indianer sagten: " Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist".

Ein spannendes Buch mit facettenreichen Figuren und unterschiedlichen Perspektiven.  Eine literarische Reise nicht nur in die ferne Zukunft, sondern auch durch die Philosophie und den eigenen Wertvorstellungen.


Ich dufte dieses Buch in eine Leserunde mit dem Autor Robert Corvus lesen, so dass ich mich aufgrund der vielen spannenden Diskussionen wesentlich intensiver mit dem Buch auseinandersetzen konnte. Das war eine absolute Bereicherung in meiner Lese-Vita.


 


Nickname 07.05.2018, 11.43 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Feuer der Leere von Robert Corvus

Zwischen den Sternen tobt ein Krieg um tote Welten. Die letzten Menschen fliehen auf Großraumschiffen durch die Galaxis, gejagt von einem erbarmungslosen Feind. Um Nahrungsmittel aufzunehmen, muss die Flotte auf Cochada zwischenlanden, einem Planeten, der überraschende Ähnlichkeit zur Erde aufweist. Doch was bedeutet dieser Kontakt für die Bewohner des Planeten – ihren Untergang oder eine Blüte ihrer Zivilisation? Und während die Menschen um ihre Existenzsicherung kämpfen, ereignet sich auf der SQUID, dem einzigen außerirdischen Raumschiff der menschlichen Flotte, Unglaubliches. Denn die SQUID ist eine riesige Lebensform und Ugrôn, ein Besatzungsmitglied und Priester des Void, lauscht auf den Gesang des Schiffes in seinem Fleisch. Er betritt einen Pfad, den niemals zuvor ein Mensch beschritten hat.

495 Seiten, Piper-Verlag, LINK zu Amazon


Die Idee der vielen verschiedenen Raumfähren mit unterschiedlichen Lebensformen der Menschen ist faszinierend und sehr spannend umgesetzt.  Es kommen einige philosophische und ethische Fragen auf, die dieser Geschichte ein wenig Tiefsinn geben und zum Nachdenken anregen. Die Charaktere haben mich nicht ganz eingenommen und blieben für mich eher farblos. Der Autor wechselt zwischen verschiedenen Erzählsträngen hin und her und überspringt derweil auch die eine oder andere Handlung, die man sich zwar denken kann, aber dennoch ein wenig vom Lesefluss einbüßt, trotz des wunderbaren Schreibstil des Autors. Die anfänglichen vielen technischen Details, die unter Umständen einen Sci-Fi-Anfänger überfordern könnten, legen sich glücklicherweise im Laufe des Buches. Zum Schluss wird es durchaus spannend mit einigen interessanten Wendungen. Es bleibt genug Spiel für Spekulationen, Ideen und eventuell auch einer Fortsetzung, trotzdem ist die Geschichte zu Ende erzählt.
Etwas irritierend ist die Erwähnung vom "Wüstenplaneten" auf dem Buchrücken. Das könnte zu erhöhten Erwartungen führen, die das Buch nicht erfüllen kann und auch nicht muss.



Nickname 05.05.2017, 00.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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