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Tag: Fantasy

Das Imago-Projekt von Robert Corvus

Für die letzten freien Menschen, die in einem Schwarm aus 28 Großraumschiffen durch die Galaxis ziehen, ist die zerstörte Erde nur noch eine ferne Erinnerung. Verfolgt von gnadenlosen Feinden stoßen sie auf eine Intelligenz, die fremder nicht sein könnte: Eine gigantische Sphäre umhüllt einen Stern. Wer immer dort lebt – er beweist schon beim Erstkontakt, dass er der Menschheit weit überlegen ist. Aber die Kommunikation mit der Sphäre gestaltet sich schwierig und Hinweise auf ein sogenanntes Imago-Projekt deuten auf eine verstörende Wahrheit hin. Das Militär rüstet zum Kampf gegen die Sphäre, doch Kara Jeskon glaubt fest an ihren Traum, dass es jenseits der Konflikte auch die Chance auf Frieden gibt. Kann sie den Kontakt zur geheimnisvollen Sphäre nutzen, um der Menschheit eine Zukunft zu eröffnen, die sie mit sich selbst und dem Universum versöhnt? (Klappentext)

Piper-Verlag, 496 Seiten, LINK zu Amazon



Das Imago-Projekt - eine literarische Reise durch die Zukunft und der Philosophie

Das Imago-Projekt ist der Fortsetzungsroman von Feuer der Leere, kann aber durchaus auch separat gelesen werden. Es empfiehlt sich allerdings, auch den 1. Teil zu lesen, um bereits ein Gefühl für den Schwarm und die handelnden Personen und unterschiedlichen Raumschiffe zu erhalten. Ich brauchte beim ersten Teil eine Zeit, bis ich mich gedanklich eingelesen hatte. Beim 2. Teil war ich ziemlich schnell in der Geschichte und der jeweiligen Lebensform drin. Die technischen und physikalischen Erklärungen stellten mich aber auch hier vor die eine oder andere Herausforderung.

Der Schwarm, eine Kooperation zwischen vielen verschiedenen Raumschiffen mit sehr unterschiedlichen Lebensweisen, Lebensphilosophien und Eigenarten, so wie in unserer heutigen Welt auch schon, ist auf der Suche nach alten Kolonien und somit nach Überlebenden der alten Menschheit. Neben der bereits in Feuer der Leere vorkommenden MARLIN, die eine eher diplomatische Lebensweise vertritt, der SQUID, ein lebendiges Raumschiff, dass Mutter genannt wird und Menschen bei sich leben lässt sowie die ESOX, deren Focus auf künstliche Intelligenz und den Zentralcomputer setzt, lernen wir auch die PAYARA kennen, die als militärische Einheit eher auf Kampf und Sieg aus ist.

Nach einer ungemütlichen Reise durch den Rotraum trifft der Schwarm auf eine gigantische Sphäre, die eine ganze Sonne umhüllt und somit viele Rätsel aufgibt. Ebenfalls unklar ist, ob sie dem Schwarm freundlich oder feindlich aufgestellt ist. Die erste Kontaktaufnahme und die Entscheidung, wie man damit umgeht und wer welche Interessen vertritt, löst schon Konflikte innerhalb des Schwarms aus, da nicht alle Großraumschiffe an einer friedlichen Koexistenz glauben. Dabei entsteht ein großes Konfliktpotenzial.

Als ob das nicht genug Spannung wäre, versucht eine rebellische Gruppe von der ESOX, einer Lebensform, die sich stark an künstlicher Intelligenz orientiert und sich am liebsten ganz mit dem Zentralrechner ihres Raumschiffes verbinden würden, ihre alten Freiheiten wieder zu erobern, die ihr der Schwarm vor einiger Zeit gewalttätig genommen hat. Kara, die Hauptprotagonistin, steckt als Diplomatin mittendrin in den Geschehnissen und versucht, die Auseinandersetzung diplomatisch ohne Gewalt zu lösen. Ein schwieriges Unterfangen.

Neben den spannenden Ereignissen tauchen auch immer wieder philosophische Fragen auf, die diesen Roman besonders lesenswert machen und zum Nachdenken und Reflektieren anregen. 

Ist es moralisch vertretbar, einer anderen Lebensform seine eigene aufzuzwingen? Wie weit kann Technik gehen und ab wann verliert der Mensch das Mensch sein? Was genau macht den Menschen aus? Könnte künstliche Intelligenz die Menschen ganz ausschalten und überflüssig machen?

Auch hier treffen wir auf Vorurteile, vorschnelle Entscheidungen, Intoleranz und Ignoranz sowie Fanatismus. Und auch hier kann der Fehler eines Einzelnen die ganze Gattung Mensch ausrotten oder in Gefahr bringen.

Besonders gut gefallen haben mir die einzelnen Rückblenden, hier benannt als sogenannte Speicherbilder, die im Laufe des Buches immer mehr Aufschluss darüber geben, was die Sphäre sein könnte. Auch die Darstellung der einzelnen Figuren, die so unterschiedlich handeln und doch verständlich aufgrund ihres Backgrounds und ihrer Lebenseinstellung haben mich mitgenommen und mich bewusst werden lassen, dass man doch mal öfters seine Perspektive wechseln sollte. Wie schon die alten Indianer sagten: " Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist".

Ein spannendes Buch mit facettenreichen Figuren und unterschiedlichen Perspektiven.  Eine literarische Reise nicht nur in die ferne Zukunft, sondern auch durch die Philosophie und den eigenen Wertvorstellungen.


Ich dufte dieses Buch in eine Leserunde mit dem Autor Robert Corvus lesen, so dass ich mich aufgrund der vielen spannenden Diskussionen wesentlich intensiver mit dem Buch auseinandersetzen konnte. Das war eine absolute Bereicherung in meiner Lese-Vita.


 


Nickname 07.05.2018, 11.43 | (0/0) Kommentare | PL

Das dunkle Herz von Lukas Hainer


Während einer Gedenkfeier für ihren verschwundenen Bruder wird Anna schwarz vor Augen, und sie erwacht am Rande einer verlassenen Wüstenstadt. Als alle Versuche scheitern, Kontakt zu ihren Eltern aufzunehmen, sucht sie in der Stadt nach Antworten und stößt auf weitere Ankömmlinge, unter ihnen der junge Nick. Bald entbrennt ein Kampf ums Überleben, sowohl mit ihrer unwirtlichen Umgebung als auch unter den Gestrandeten selbst. Während die Spannungen eskalieren und es sogar zu Toten kommt, findet Anna plötzlich Hinweise auf ihren Bruder – ist es möglich, dass er noch lebt? Als sie der Spur folgen, stoßen Nick und sie auf ein furchtbares Geheimnis, das dieser Ort und seine Bewohner hüten: das dunkle Herz. Und plötzlich geht es um weit mehr als nur um ihr eigenes Schicksal. 

384 Seiten, ivi-Verlag, LINK zu Amazon





Das dunkle Herz ist ein Fantasy-Jugendroman und soll eine Trilogie werden. Leider wird das vom Verlag nicht kommuniziert, was für viele Leser aber durchaus wichtig zu wissen ist.

Die Geschichte dreht sich um Anna, aus deren Perspektive hauptsächlich erzählt wird, die vor 10 Jahren ihren großen Bruder verloren hat. Beim 10-jährigen Gedächtnistag in der Kirche wird Anna plötzlich in eine gänzlich andere Welt mitten in der Wüste katapultiert. Wie ihr ergeht es so noch anderen Menschen unterschiedlicher Nationalität und Alter, die sich nun in diesem Ausnahmezustand und in einer sehr beklemmenden Atmosphäre zusammenraufen müssen. Interessant dabei ist zu lesen, wie unterschiedlich die Protagonisten in dieser Situation reagieren.

Die Geschichte ist rasant und spannend erzählt in einem flüssigen, teilweise nüchternen Schreibstil, der leider die meisten Figuren, besonders die Erwachsenen, ein wenig oberflächlich und farblos wirken lässt. Da hätte ich mir ein wenig mehr Tiefe gewünscht.

Die Rätsel um diesen geheimnisvollen Ort und das dunkle Herz, die vielen Fragen, die aufkommen und die Entwicklung der Geschichte sind sehr spannend erzählt und nimmt zum Ende hin richtig Fahrt auf.

Einige Fäden werden leider nicht weiterverfolgt und es bleiben Fragen offen, die sich hoffentlich im Folgeband klären werden.

Das Ende ist für mich für eine Trilogie sehr gut umgesetzt, die eigentliche Geschichte ist in sich abgeschlossen, aber man erfährt als Leser, dass es irgendwie in anderer Form weitergeht. Das macht neugierig auf den Folgeband.

Das dunkle Herz ist für mich ein solider 1. Teil mit Entwicklungspotenzial, das nicht nur für Jugendliche lesenswert ist.


Nickname 16.04.2018, 14.22 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Schlangengrab von Robert Corvus und Bernhard Hennen

5. Teil der Phileasson-Saga
Im Perlenmeer leben die legendären Seeschlangen, die jeder vernünftige Kapitän meidet und das Weite sucht. Nicht jedoch die Recken der beiden Ottajaskos, die es genau auf diese stolzen und starken Meeresbewohner beziehungsweise deren Reißzähne abgesehen haben. So ziehen die beiden Wettstreiter Asleif Phileasson und Beorn der Blender los, um ihre 5. Aufgabe zu erledigen, die sie ein Stück näher zum Titel "König der Meere" bringen wird. Wer wird diesmal den Punkt holen?

Klappentext:
Die Seeschlangen des Perlenmeers zerdrücken die Planken stolzer Segler und ziehen kühne Recken in ein nasses Grab. So sagt man. Ungeheuer so schrecklich, dass ihr Zorn dereinst die Welt entzweireißen wird. So sagt man. In ihrem fünften Abenteuer müssen sich Asleif Phileasson und Beorn der Blender ausgerechnet einer solchen Bestie stellen. Nur wem es gelingt, einen Reißzahn aus dem Maul einer Seeschlange zu stehlen, hat die nächste Prüfung bestanden und darf sich weiterhin Hoffnung auf den Titel »König der Meere« machen. Doch alleine schon die Fahrt ins Perlenmeer wird für die beiden Kontrahenten zu einer tödlichen Herausforderung.

624 Seiten, Heyne-Verlag, LINK zu Amazon

Internetseite zu der Phileasson-Saga: LINK  



Schlangengrab ist der 5. Teil der Phileasson-Saga mit der Aufgabe, einen intakten Reißzahn einer Seeschlange zu ergattern. Wie auch in den Abenteuern davor, gehen die beiden Wettstreiter Asleif Phileasson und Beorn der Blender die Aufgabe gänzlich unterschiedlich an und der Wettstreit zwischen den beiden Kontrahenten auf dem Perlenmeer und in Maraskan ist stark spürbar.

In diesem Band erfahren wir im Prolog auch, wie Beorn zum Beorn der Blender geworden ist und wie er sein Augenlicht verlor. Dadurch gewinnt dieser Charakter entscheidend an Tiefe und offenbart neue Facetten. Für mich ist das mit dem 1. Prolog in Nordwärts einer der stärksten Prologe.

Das ist überhaupt die Stärke dieser Serie, dass die sehr unterschiedlichen Charaktere sich entwickeln, allerdings auch nicht immer zur besseren Seite. Aber gerade das ist das Spannende daran. Man weiß vorher nie, welchen Weg ein Charakter geht. Auch die Traviageweihte Shaya durchlebt in diesem Abenteuer ein Wechselbad der Gefühle und erkennt neue Seiten an sich und an den Menschen. Einige Figuren können auftrumpfen, andere laufen eher mit und erhalten vermutlich in einem anderen Band ihren großen Auftritt. Ich kann nur mit ganz wenigen Charakteren nichts anfangen. Einer meiner Lieblinge, die Waldfrau Irulla, hat diesmal auch ein paar schöne Auftritte und ich habe gelernt, dass Spinne noch lange nicht Spinne ist. Und Zidaine, das wandelnde Pulverfass, ist ohnehin immer für Überraschungen gut. Die sehr liebevoll gezeichneten Figuren werden von Band zu Band vielschichtiger und farbiger. Das gefällt mir ausgesprochen gut und ich freue mich immer wieder auf neu eingeführte Figuren.

Das Abenteuer ist aktionsreich und spannend beschrieben, es gibt Kämpfe, Auseinandersetzungen, wichtige Gespräche und seltsame Leute, mit denen man auskommen muss. Maraskan und seine Bewohner werden farbenprächtig beschrieben. Sowohl in der Stadt also auch im angrenzenden Wald schaffen die Autoren eine dichte Atmosphäre.

Ein paar Fragen bleiben offen, bei denen der Leser hoffen muss, dass diese in einer der nächsten Bände aufgegriffen werden. Und die Seeschlangen wurden für meinen Geschmack ein wenig kurz abgehandelt.

Schlangengrab ist eine starke Fortsetzung, das hohe Niveau wird konstant gehalten. Und wie im wahren Leben ist auch hier für jeden etwas dabei und teilt oftmals die Leser in zwei Ottajakso, das wohl.

Der 6. Teil, Totenmeer erscheint voraussichtlich im September 2018. Das fundamentale Abenteuer geht weiter. Es kann eben nur einen König der Meere geben.



  • Nordwärts

    Band 1

    *5

    LINK

  • Himmelsturm

    Band 2

    *4-5

    LINK

  • Die Wölfin

    Band 3

    *4-5

    LINK

  • Silberflamme

    Band 4

    *4

    LINK

  • Schlangengrab

    Band 5

    *4-5

    LINK

  • Totenmeer

    Band 6

    erscheint September 2018


Nickname 10.04.2018, 15.09 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Die Chroniken von Azuhr - Der Verfluchte von Bernhard Hennen

Der Beginn eines neuen magischen Zeitalters – die neue Bestseller-Serie von Deutschlands Fantasy-Autor Nr. 1: Bernhard Hennen!
Der junge Milan Tormeno ist dazu ausersehen, seinem Vater Nandus in das Amt des Erzpriesters zu folgen: Er soll einer jener mächtigen Auserwählten werden, die die Geschicke der Welt Azuhr lenken.
Doch Milan kann nicht akzeptieren, dass sein Schicksal vorherbestimmt ist. Er rebelliert – und verstrickt sich mit der Meisterdiebin Felicia und der geheimnisvollen Konkubine Nok in ein gefährliches Netz von Intrigen.
Gemeinsam geraten sie in den Bann einer alten Prophezeiung – einer Prophezeiung, nach der die Ankunft des »Schwarzen Mondes« in Azuhr ein neues Zeitalter der Magie einläuten wird ...
»Man nennt ihn auch den ›Herrn der Elfen



Bernhard Hennen hat mit diesem Auftakt der Trilogie um die Chroniken von Azuhr alle Register gezogen und eine neue Welt erschaffen, die zunächst ein wenig Ähnlichkeit mit dem Mittelalter hat, aber immer mehr in die Phantastik eintaucht und die eher raue Welt mit Mären und Fantasiegestalten verzaubert. 

Es beginnt mit einem sehr starken Prolog, der nichts für zarte Gemüter ist. Aber er ist wichtig, um die weitere Geschichte zu verstehen. 53 Jahre später lernen wir den jungen Milan und seine Familie kennen. Gut gefallen hat mir dabei, dass man als Leser eine zeit lang bei der Hauptfigur bleibt und so den Charakter und das Umfeld besser kennen lernen kann. Erst später wechseln öfters die Perspektiven. Sehr gut herausgearbeitet ist der Vater-Sohn-Konflikt, aber auch die Phasen der persönlichen Entwicklungen und die jugendliche Rebellion von Milan.

Auch die Nebenfiguren sind stark und facettenreich gezeichnet. Bernhard Hennen versteht es wie kein anderer Autor, in nur wenigen Sätzen seinen Figuren Charakter und Tiefe zu verschaffen. Schnell entwickeln sich beim Leser Emotionen, ganz gleich, in welche Richtung, und man fiebert mit seinen Lieblingen sofort mit.

Es gibt eine Menge spannende und sich überschlagene Ereignisse mit teilweise sehr überraschenden Wendungen. Man wird regelrecht in das Abenteuer hineingezogen und verfolgt gebannt den weiteren Verlauf der Hauptfiguren, die auf einige wunderbare, liebevoll charakterisierte Fantasyfiguren aus der Märchen- und Fabelwelt treffen, von denen man gerne mehr lesen möchte. Besonders der Riese Gideon hat es mir angetan und mich beim Lesen verzaubert.

Auch optisch ist das Buch ein richtiger Hingucker und es gibt eine toll gezeichnete Karte, an der man sich gut orientieren kann. 

„Der Verfluchte“ ist der erste Teil der Trilogie und lässt sicherlich noch eine Menge Fragen offen, dennoch kann man mit dem ersten Teil gut abschließen. Für mich eine absolute Leseempfehlung für alle, die Fantasy und Märchen lieben. 




Nickname 25.01.2018, 00.00 | (0/0) Kommentare | PL

Silberflamme von Bernhard Hennen und Robert Corvus

4. Teil der Phileasson-Saga
Der Wettkampf der rivalisierenden Kapitäne Phileasson und Beorn führt die beiden dieses Mal auf die Spur eines Helden, dessen Ruhm die Jahrhunderte überdauerte. Doch der Fluch eines alten Unrechts wirft seinen Schatten bis in die Gegenwart. Als der Wettlauf um die Silberflamme – ein geheimnisumwittertes, hochelfisches Artefakt – beginnt, wird beiden Kapitänen klar, dass kalter Stahl und Kriegermut versagen, wenn die Geister der Toten die Vergangenheit hüten ...

688 Seiten, Heyne-Verlag, LINK zu Amazon

Internetseite zu der Phileasson-Saga: LINK  



Weiter geht es in der Phileasson-Saga mit der Wettfahrt um den Titel „
König der Meere“ zwischen Beorn, dem Blender und Asleif Phileasson. Das 4. Abenteuer dreht sich um die Silberflamme. Diesmal kann nur einer den Punkt holen. Dadurch entwickelt sich die Geschichte zu einer spannenden Wettfahrt. Wer wird als erster hinter das Rätsel der Silberflamme kommen, wer wird es als erster finden? Und wie auch in den vorherigen Bänden gehen beide Wettstreiter äußerst unterschiedlich mit dieser Aufgabe um. Als Leser ist das sehr spannend zu verfolgen und die ganze Zeit fragt man sich, wann die beiden Protagonisten aufeinandertreffen und wie sie aufeinander reagieren werden. Während der Suche gibt es natürlich für beide Ottajaskos wieder kleinere Abenteuer und Rätsel zu bestehen. Man begegnet neuen Figuren und Gestalten, die schon bekannten Personen entwickeln sich weiter und zeigen neue Facetten. Auch hier sind die beiden Autoren für Überraschungen gut. Man kann sich einer Figur niemals sicher sein. Ein anfänglicher Liebling kann in Ungnade fallen, eine bis dato verhasste Person entwickelt beim Leser plötzlich Mitgefühl. Und ob alle Figuren dieses Abenteuer überleben, ist immer fraglich. Diese facettenreichen Darstellung und liebevolle Führung jeder einzelnen Figur macht diese Saga auch so besonders. Es wird so nie langweilig und die Figuren wirken sehr authentisch. Die zu bereisenden Orte bzw. Schauplätze haben alle eine andere Atmosphäre, die unglaublich gut vermittelt wird und man das Gefühl hat, beispielsweise selbst im Sumpf zu stehen. Auch das ist einer der Stärken der Autoren, den Leser direkt einzufangen und mitzunehmen. Wie es sich für eine Wettfahrt gehört, wird es natürlich am Ende nochmal so richtig spannend.
Ein kleiner Wehmutstropfen bei diesem Band ist für mich der Prolog. Die Prologe in diesen Bänden erzählen jedes Mal eine Geschichte von einer der Figuren, die während des aktuellen Bandes eine Rolle spielen werden. Meist weiß man beim Lesen noch nicht genau, wohin die Reise geht, erschließt sich aber in den meisten Fällen während der Lektüre oder am Ende. Diesmal bin ich allerdings mit den Figuren nicht warm geworden, der Prolog plätscherte ein wenig vor sich hin. Sicherlich war er wichtig für die Geschichte, doch für mich war er der bisher schwächste Prolog in dieser Serie, soweit man überhaupt von Schwäche sprechen kann. Denn diese Saga bewegt sich in meinen Augen auf einem sehr hohen Niveau und ich kann sie jedem Fantasy-Liebhaber nur wärmstens empfehlen. Hier kommt wirklich jeder auf seine Kosten und es ist für jeden Geschmack etwas dabei. 
Für die Phileasson-Saga lasse ich Games of Thrones im Regal stehen. Das wohl! 




Die Phileasson-Saga:
  • Nordwärts

    Band 1

    *5

    LINK

  • Himmelsturm

    Band 2

    *4-5

    LINK

  • Die Wölfin

    Band 3

    *4-5

    LINK

  • Silberflamme

    Band 4

    *4

    LINK

  • Schlangengrab

    Band 5

    *4-5

    LINK

  • Totenmeer

    Band 6

    erscheint September 2018

 

Nickname 30.10.2017, 00.00 | (0/0) Kommentare | PL

Die Schwertfeuer-Saga Teil III: Grünes Gold von Robert Corvus



Arzulans Urwald ist Heimat von Legenden. Einige davon sind ebenso gefährlich wie die flammenden Herzen der Dämonen, denen die Söldner Rorgators huldigen. Die Baronie Klataal holt Jade aus den grünen Schatten der Bäume – doch auch anderes … Ist sie dabei zu weit gegangen? Das Geheul der Waldstämme weckt mythische Schrecken. Grenzsiedlungen brennen. Die besten Krieger der Welt werden angeheuert, um die Wilden zurückzuschlagen. Doch der Schutz der Baronie ist nur ein Teil des Kontrakts, den die Kampfherren des Klingenrauschs mit ihrem Blut siegeln. Gefangene erzählen vom Herzen des Waldes und Söldner senden Spähtrupps aus. Sie wollen dieses dunkle Wunder finden – und den Stahl ihrer Klingen hineinstoßen …

Piper-Verlag, 443 Seiten, LINK zu Amazon


3. und letzter Teil der Schwertfeuer-Saga von Robert Corvus um Eivora, Gonter und Fiafila mit Zeichnungen von Timo Kümmel

Nach Band 1 "Rotes Gold" und Band 2 "Weißes Gold" findet in "Grünes Gold" die Schwertfeuer-Saga ihren goldenen Abschluss. Und goldend war dieser allemal.

Die drei Hauptfiguren Söldnerin Eivora, Prinz Gonter und Avatar Fiafila-Ignuto, die wir seit Band 1 kennen, gehen auch bei ihrem dritten Kontrakt furchtlos und zielgerichtet ihren Weg und entwickeln sich dabei stetig weiter. Bei allen drei Hauptfiguren kann man als Leser die innere Zerrissenheit, den Wandel und die Gedankengänge bildlich nachvollziehen, die sie letztendlich zu dem machen, was sie sind: unglaublich starke Persönlichkeiten.
Alle Figuren, besonders auch die Nebenfiguren, sind lebendig erzählt mit prägenden Charakterzügen und außergewöhnlichen Merkmalen, die durchaus polarisieren können und man nicht immer weiß, ob man nun mit der Figur mitfiebert oder sie verfluchen soll. Genau diese Stärke des Autors, die Figuren so real und prägnant zu beschreiben, lässt einen in die Geschichte völlig eintauchen, so als würde man selbst mitkämpfen.

Die Geschichte selbst ist genau nach meinem Geschmack. Arrogante Adlige, abergläubige Dorfbewohner, kriegerische Wilde rund um einen abenteuerlichen Urwald, gespickt mit Magie, zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen, starke Kampfszenen, taktische Handlungen, Lügen, Intrigen und Machtkämpfen und auch ein wenig Liebelei ist eine spannende unterhaltsame Mischung, in der es keine Minute Langeweile gibt. Tatsächlich kommt man als Leser kaum zur Ruhe, man wird völlig in den Sog des Kontraktes gezogen und immer wieder mit ungeahnten Wendungen, neuen starken Figuren oder Gegebenheiten überrascht, indem man den Atem beim Lesen anhält. Das große Finale ist dann natürlich auch spektakulär und man legt den letzten Band mit einem tiefen, aber befriedigten Seufzer zur Seite.

Eine Trilogie, bei der man wahrhaftig nicht zart besaitet sein darf und man eine Neigung zur Dark Fantasy haben muss. Dann aber erhält man absoluten Lesegenuss. Untermalt ist dieser Lesegenuss mit Zeichnungen von Timo Kümmel, die mir sehr gut gefallen.

Empfehlenswert ist es, nicht nur die Vorgängerbände zu lesen, sondern auch die Novelle "Söldnergold", in der man eine vierte sehr starke Figur kennen lernt, die im dritten Teil eine wichtige Rolle spielt.




Die Schwertfeuer-Saga:
Band 1: Rotes Gold
Novelle Söldnergold
Band 2: Weißes Gold
Band 3: Grünes Gold

Nickname 19.08.2017, 17.42 | (0/0) Kommentare | PL

Die Brautprinzessin von William Goldmann

»Die Brautprinzessin« erzählt die Geschichte der wunderschönen Butterblume und des Stalljungen Westley, der unsterblich in sie verliebt ist. Die Erzählung von der Bedrohung ihrer Liebe durch Prinz Humperdinck, seine Ritter und Spione ist aber nur eine Geschichte in einem atemberaubenden Spiel von Kürzungen und raunenden Kommentaren.

426 Seiten, Klett-Cotta-Verlag, LINK zu Amazon


Goldmann erzählt eine märchenhafte Geschichte über eine große Liebe zwischen einer etwas eigensinnigen Prinzessin und einem ehemaligen Stalljungen, in der er so tut, als ob er die Kurzfassung von Morgensterns "Brautprinzessin" erzählt und langatmige Erzählungen und Beschreibungen Morgensterns einfach weglässt. Dadurch unterbricht er immer wieder die Erzählung mit seinen Kommentaren und privaten Anmerkungen über die angeblich gekürzten Passagen. Was anfangs noch recht interessant und originell erscheint, wird mit der Zeit störend. Die eigentliche Geschichte von Butterblume, Westley, Idigo und Fezzik ist sehr schön und auch spannend, die Charaktere, besonders von Westley und Fezzig, sind sehr schön ausgearbeitet und hätten noch mehr Potenzial gehabt, wenn da eben nicht die ständigen Unterbrechungen wären. Mir persönlich hätte die Ausarbeitung der eigentlichen Geschichte besser gefallen. Deshalb gibt es leider Punktabzug.


Nickname 19.07.2017, 00.00 | (0/0) Kommentare | PL

Feuer der Leere von Robert Corvus

Zwischen den Sternen tobt ein Krieg um tote Welten. Die letzten Menschen fliehen auf Großraumschiffen durch die Galaxis, gejagt von einem erbarmungslosen Feind. Um Nahrungsmittel aufzunehmen, muss die Flotte auf Cochada zwischenlanden, einem Planeten, der überraschende Ähnlichkeit zur Erde aufweist. Doch was bedeutet dieser Kontakt für die Bewohner des Planeten – ihren Untergang oder eine Blüte ihrer Zivilisation? Und während die Menschen um ihre Existenzsicherung kämpfen, ereignet sich auf der SQUID, dem einzigen außerirdischen Raumschiff der menschlichen Flotte, Unglaubliches. Denn die SQUID ist eine riesige Lebensform und Ugrôn, ein Besatzungsmitglied und Priester des Void, lauscht auf den Gesang des Schiffes in seinem Fleisch. Er betritt einen Pfad, den niemals zuvor ein Mensch beschritten hat.

495 Seiten, Piper-Verlag, LINK zu Amazon


Die Idee der vielen verschiedenen Raumfähren mit unterschiedlichen Lebensformen der Menschen ist faszinierend und sehr spannend umgesetzt.  Es kommen einige philosophische und ethische Fragen auf, die dieser Geschichte ein wenig Tiefsinn geben und zum Nachdenken anregen. Die Charaktere haben mich nicht ganz eingenommen und blieben für mich eher farblos. Der Autor wechselt zwischen verschiedenen Erzählsträngen hin und her und überspringt derweil auch die eine oder andere Handlung, die man sich zwar denken kann, aber dennoch ein wenig vom Lesefluss einbüßt, trotz des wunderbaren Schreibstil des Autors. Die anfänglichen vielen technischen Details, die unter Umständen einen Sci-Fi-Anfänger überfordern könnten, legen sich glücklicherweise im Laufe des Buches. Zum Schluss wird es durchaus spannend mit einigen interessanten Wendungen. Es bleibt genug Spiel für Spekulationen, Ideen und eventuell auch einer Fortsetzung, trotzdem ist die Geschichte zu Ende erzählt.
Etwas irritierend ist die Erwähnung vom "Wüstenplaneten" auf dem Buchrücken. Das könnte zu erhöhten Erwartungen führen, die das Buch nicht erfüllen kann und auch nicht muss.



Nickname 05.05.2017, 00.00 | (0/0) Kommentare | PL

Seelenspalter von Ju Honisch

1. Teil der Fantasy-Serie "die Geheimnisse der Klingenwelt":

Nur die Starken überleben in den Acht Reichen, die miteinander in einem endlosen Krieg um die Vorherrschaft liegen. Das begreift Maleni sehr schnell, als sie nach einem Massaker, dem ihr ganzes Dorf zum Opfer fällt, Aufnahme beim Orden der Xyi findet. Unerbittlicher Drill und ein geheimnisvolles Ritual lassen einen Teil von Maleni zur Assassinin Taryah werden, die ohne Mitleid zu empfinden oder Fragen zu stellen ihrem blutigen Handwerk nachgeht. Doch weder in den Acht Reichen noch beim Orden der Xyi sind die Dinge so einfach, wie sie scheinen. Und eines Tages muss Maleni erkennen, dass Taryah nicht nur ein Teil von ihr ist – sondern ihr größter Feind.

816 Seiten, Knaur TB, LINK zu Amazon



Seelenspalter ist der erste Teil der Fantasy-Serie "Die Geheimnisse der Klingenwelt", der in sich abgeschlossen ist. Erzählt wird die Geschichte von Maleni, zunächst in der Gegenwart, in der sie gemeinsam mit ihrer Assassini-Seele Taryah Aufgaben für die Xyi erledigt und mit Rückblenden, wie sie zur Assasini wurde. Die Autorin schafft es gut, die beiden Seelen abzugrenzen und zu beschreiben. Auch der innerlicher Kampf der beiden Seelen wird gut verdeutlicht und man kann die Entwicklung Malenis im Laufe der Geschichte sehr gut nachvollziehen. Auch die anderen Figuren kommen glaubwürdig rüber und sind sehr facettenreich. Die Handlungsstränge sind spannend erzählt und halten die eine oder andere Überraschung bereit. Auf den ersten 500 bis 600 Seiten wird die Geschichte ruhig erzählt, es werden immer wieder neue Mosaikstückchen zusammengeführt und der Lesefluss ist sehr angenehm. Im letzten Teil überschlagen sich allerdings die Ereignisse, neue Figuren tauchen plötzlich auf und ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass Erzählstränge gekürzt wurden. Zumindest hinterließen sie bei mir das Gefühl von Lücken. Das hätte besser auserzählt werden können. Die neuen Charaktere waren durchaus interessant und facettenreich, doch als Leser hatte man keine Chance, sie näher kennen zu lernen. Da wurde meiner Meinung nach gutes Potenzial verschenkt.
Dennoch eine sehr unterhaltsame Geschichte und ein gelungener Auftakt zur neuen Fantasyserie von Ju Honisch. Blutfelsten ist der nächste Band, der im März 2018 erscheinen soll und die Geschichte dieser Welt ca. 100 Jahre zuvor erzählt. 


Nickname 20.04.2017, 00.00 | (0/0) Kommentare | PL

Elfenmacht von Bernhard Hennen

Wer wird künftig über die verwunschene Albenmark herrschen? Sind es die grausamen Drachen oder die raubeinigen Zwerge? Oder die geheimnisvollen Elfen, deren Kräfte bisher im Verborgenen geschlummert haben? Als die beiden Geschwister Emerelle und Meliander sich auf die Suche nach ihrer verschwundenen Mutter machen, der legendären Drachenelfe Nandalee, ahnen sie nicht, dass ihre Reise das Schicksal aller Völker Albenmarks für immer verändern wird. Während Emerelle den Weg des Kampfes wählt, findet ihr stillerer Bruder eine junge, mysteriöse Elfe, die ihn vom ersten Augenblick an fasziniert. Doch es gibt Geheimnisse, an deren Wurzeln man nicht rühren sollte …

575 Seiten, Heyne-Verlag, LINK zu Amazon



Elfenmacht verstehe ich ein wenig als Bindeglied zwischen den Drachenelfenromanen und Die Elfen. Die noch jungen Geschwister Emerelle und Meliander machen sich auf den Weg, eigenständig die Welt zu erkunden. Ich fand es sehr amüsant, wie naiv und auch eigensinnig sie der Welt begegnen, die sie bisher nur von oben bei den Alben beobachten konnten. Von unten betrachtet, ist es dann doch nicht immer so schön und schnell machen Meliander und Emerelle, auch getrennt voneinander, die Bekanntschaft mit der recht rauen Welt und eine Lebenserfahrung nach der anderen kommen Schlag auf Schlag. Es gibt ja auch viel nachzuholen. Parallel kann der Leser den Weg der beiden verfolgen, die unterschiedliche Ziele haben. Und beide lernen ihre Gefühlswelt zum ersten Mal richtig kennen. Spannend fand ich auch, dass man in dieser Zeit von Dingen erfährt, die erst erschaffen wurden oder wo der Grundstein gelegt wird, die in der weiten Zukunft eine Bedeutung haben werden.
Einige Fragen, die im letzten Band der Drachenelfen aufkamen, werden nun beantwortet. Allerdings stellen sich direkt auch wieder Neue und man merkt, dass es noch eine große Geschichte zu erzählen gibt. An sich plätschert der Roman ruhig und besonnen vor sich hin, was ich persönlich nach den sehr ereignisreichen Drachenelfen nicht schlimm fand. Bernhard Hennens Erzählstil ist so wunderschön, dass gar nicht viel passieren muss, um sich unterhalten zu fühlen. 
Was mich zu Punktabzug bewegt, ist das Ende. Ich müsste spoilern, wenn ich näher darauf eingehen würde. Es fühlte sich für mich wie schnell herunter geschrieben an, so nach dem Motto: Da muss jemand sterben, machen wir es kurz und schmerzlos, quasi im Vorbeigehen. Das hat mich sehr enttäuscht. Bei so wichtigen Wendungen verdienen die Figuren mehr Aufmerksamkeit und auch eine bessere Geschichte. Das gleiche Gefühl beschlich mich schon bei "Himmel im Flammen", wo das Ende auch so abrupt und eher lieblos daherkam. Ich hoffe sehr, dass Bernhard Hennen bei der nächsten Elfengeschichte wieder mehr Liebe zu seinen Figuren und deren Geschichte entwickeln kann und ihnen, wenn sie denn schon gehen müssen, ein würdiges Ende kredenzt, egal ob Freund oder Feind. Dafür hat man als Leser viel zu viel Zeit mit den Figuren verbracht.
Bernhard Hennen kann das definitiv besser und ich glaube, hätte er das Buch in einer ruhigeren Phase geschrieben, wäre es vielleicht besser geworden.


Nickname 06.04.2017, 20.14 | (0/0) Kommentare | PL

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