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Informationsüberflutung

Tagtäglich brechen über uns eine Flut von Informationen herein. Bei mir beginnt die erste Wortbeschallung mit dem Angehen des Weckers und dem Radiosender 1live. Dort werde ich schonmal über das Wichtigste informiert, was ich für diesen Tag wissen sollte. Wer wieder im Knast sitzt, was Merkel und der Rest der Sippschaft so treibt und - ganz wichtig - wie das Wetter wird, dicht gefolgt von diversen Staumeldungen, die ohnehin jeden Tag gleich sind. Hier bei uns in NRW staut es sich eben immer und überall. Das ist quasi unser Hobby.



Zwischen den Nachrichten und örtlich gesehen zwischen Badezimmer und Schlafzimmer werde ich noch mit diversen unwichtigen Informationen versehen, bevor ich mich auf dem Weg zur Arbeit mache. Mein Gehirn ist also schonmal warmgelaufen - zumindest was die Verarbeitung von Informationen betrifft. Kein Wunder, dass ich nicht mehr bewusst Auto fahre und nach 30 Minuten ganz plötzlich und unverhofft vor meinem Arbeitgeber stehe. Wie bin ich dahin gekommen?



An meinem Arbeitsplatz lege ich schonmal die Tageszeitung für die tägliche Mittagspause bereit - wieder Information. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass 1live wohl die gleiche Zeitung liest wie ich. Irgendwie steht genau das drin, was ich heute morgen in Kurzform schon gehört habe. Gut so. Dann brauche ich nur noch die Überschriften zu lesen. Spart Zeit.



Dass ich arbeitstechnisch natürlich ebenfalls mit Informationen in Form von E-Mails, interne und externe Post und persönlichen Sprachmittteilungen (=Mensch trifft Mensch und redet miteinander) versorgt werde, ist klar. Auch diese müssen im Laufe des Tages (ich habe im Regelfall 8 Stunden dafür Zeit) verarbeitet und erledigt werden (schlimmster Fall: ich muss aktiv werden und arbeiten, bestens Ablage).



Zuhause angekommen mache ich natürlich erst mal meinen PC an, um zu sehen, ob ich E-Mails bekommen habe (ich habe: 25 Spams, 4 Kommentare, 1 private E-Mail). Nun begebe ich mich auf meine Blog-Tour, besuche meine Mit-Blogger und -Bloggerinnen und werde auf ein weiteres mit Informationen versorgt. Bestenfalls sehe ich mir schöne Bilder an mit wenig Text, bei längeren und auch interessanteren Texten benötige ich nochmal meinen vollen Gehirneinsatz (ich möchte ja nicht nur lesen, sondern auch verstehen). Dazwischen gibt es eine ganze Menge Alltagsinformationen, Strickmuster, Kochrezepte, Buchvorschläge und -rezensionen, Blümchen u. v. m.



Zu später Abendstunde entscheide ich mich dann zwischen dumpfbackiger Berieselung durch das Fernsehen oder einem guten Buch. In letzter Zeit entscheide ich mich immer öfters für das Buch. Woran liegt das wohl?



Irgendwann zwischen 23 und 24 Uhr gehe ich dann ins Bett, hundemüde mit einer Menge im Laufe des Tages verarbeiteter Informationen. Kein Wunder, dass ich schlecht schlafe und mein Gehirn nicht zur Ruhe kommt. Denn das muss erst mal Ablage machen und die ganzen Informationen irgendwo zwischen den einzelnen Gehirnsträngen unterbringen.



Wenn ich dann morgens wie gerädert aufwache und mich fühle, als hätte ich tagelang durchgesoffen, kann ich mich an nichts mehr erinnern.

Wo habe ich bloß gestern den Haustürschlüssel hingelegt?

Nickname 02.07.2007, 08.01

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Kommentare zu diesem Beitrag

5. von Gabriela

da fehlt tatsächlich ein wenig Abschalturlaub ;-)
und am besten noch in einem Land in dem du die Sprache nicht verstehst, womit eine ganze Fülle von Informationen schonmal nicht zu verarbeiten wäre ....
besonders keine Staumeldungen -
höchstens die zum Flughafen :lachendmitschild:

vom 04.07.2007, 11.50
Antwort von Nickname:

Genau, das wär's! ICH WILL WEG!!!!
4. von Helmut

Aus guten Grund habe ich KEINE Glotze !! Ich vermisse sie auch nicht!!!! Mit irgendwelchem Schwachsinn möchte ich nicht zugemüllt werden. Wenn ich Musik hören möchte, dann greife ich zur CD und höre die Musik, die gerade zur Stimmung passt.
Eine Zeitung kaufe ich dann, wenn mich ein Artikel darin interessiert. Meine Informationen bekomme ich trotzdem !!

vom 03.07.2007, 18.10
Antwort von Nickname:

Im Fernsehen läuft wirklich nur noch Schwachsinn. Ich habe ihn diese Woche auch mehr ausgelassen - und es tat gut!


3. von Renate

Weisst du, was ich gerade genieße? Die himmlische Ruhe hier im Großraumbüro nach einem furchtbar ersten hektischen Tag nach dem Urlaub.
Schade, dass ich meine Laufschuhe nicht dabei hab, sonst würde ich jetzt zu Fuß durch den Englischen Garten heimgehen, nachdem's den ganzen Tag in Strömen geregnet hat, kommt jetzt doch noch ein bisserl weißblauer Himmel raus.
Du hast die Reizüberflutung sehr gut beschrieben, ich versuch nun bereits seit zwei Jahren, ihr aus dem Weg zu gehen, weil sie mich einfach krank gemacht hat.
Einen ruhigen gemütlichen Abend wünscht dir mit lieben Grüßen
Renate

vom 02.07.2007, 19.06
Antwort von Nickname:

Diese Ruhe genieße ich auch immer ganz besonders. Leider wird sie immer weniger und der Lärm um uns herum immer mehr.

Ich gehe davon aus, dass deine "Anti-"Reizüberflutung funktioniert hast, zumindest siehst du nicht gestresst aus :-))


2. von Eveline

Wo hab ich meinen letzten Mittwoch hin? :zwinkernd:

Ich mach mich mal auf die Suche und auf in den Tag - schönen Wochenstart wünsch ich dir :blumig:
Huggels, Eveline :umarmen:

vom 02.07.2007, 09.26
Antwort von Nickname:

Ich verliere mehr die Wochenenden ;-)
1. von ANne

Köstlich, hast du eigentlich bei mir Mäuschen gespielt? Einziger Unterschied: ich höre keinen Radiowecker...
Übrigens, der Haustürschlüssel steckt bestimmt noch von aussen... Wir haben mal in Kempen - lang lang ists her - ausgemacht, dass er rumgeht und ich ihm die Tür offen lasse. Er kam aber durch den Garten. "Die Tür muss noch abgeschlossen werden!" OK, macht er. Und morgens beim Zeitungholen stelle ich entsetzt fest, dass sie abgeschlossen, aber nicht zu war. Ok, der Tag war lang gewesen...
Schöne Woche und maild dich mal! ANne :ballons:

vom 02.07.2007, 09.10
Antwort von Nickname:

Scheint auch noch anderen so zu gehen ;-)

Und Haustürschlüssel steckte tatsächlich auch von außen - aber Wohnungstür. Ist nicht ganz so schlimm.


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