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Kopftuchtragen

Ehrlich gesagt kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, warum gläubige türkische Lehrerinnen ihr Kopftuch nicht aufbehalten dürfen und es anscheinend dafür extra das Schulgesetz geändert wurde.

Wovor haben die Deutschen mal wieder Angst? Dass Kinder zum moslemischen Glauben übergehen, nur weil deren Lehrerin ein Kopftuch trägt? Glaube ist wohl wesentlich mehr als nur ein Kopftuch zu tragen.

Außerdem finde ich das eine starke Beschneidung der Persönlichkeit und verstößt meiner Meinung nach gegen das Grundgesetz, in dem es in Artikel 4 heißt:

"...Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich..."



Letzlich werden die Deutschen in ihrer Freiheit und Persönlichkeit immer mehr beschnitten. Ob es die freie Meinungsäußerung ist, mit denen sich nun seit einiger Zeit viele Leute zurückhalten oder auch die Freiheit, so zu leben und sich zu entfalten, wie man möchte. Religion gehört eben dazu.

Fremde Religionen auch kennenzulernen und sich vielleicht damit auseinanderzusetzen - wozu Kinder mehr fähig sind als Erwachsene, weil sie noch ihre natürliche ungezwungene Neugierde haben - würde einen großen Teil zur Toleranz beitragen. Aber wer weiß, vielleicht möchte das die deutsche Politik ja gar nicht........????????



>hier< das ganze Grundgesetz

Nickname 03.11.2006, 08.39

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Kommentare zu diesem Beitrag

5. von Karin

Ich kann den Beschluss auch nicht verstehen. Außerdem müsste man dann ja auch den christlichen Lehrern verbieten, ein Kreuz um den Hals zu tragen. Oder den jüdischen ihre Kopfbedeckung. Ansonsten ist das meiner Ansicht nach ziemlich intolerant. Mal ganz davon abgesehen, dass ich nicht glaube, dass das die Schüler irgendwie (schon gar nicht negativ, ich persönlich fände es sogar schlimm, so etwas zu behaupten - weil man damit - ich will nicht sagen, Hasspredigern, denn es gibt auch abgeschwächtere Formen - noch mehr Raum gibt) beeinflussen könnte, wenn religiöse Symbole in den Schulen zur Schau getragen werden. Zumal ich auch denke, dass die Schüler da noch sehr viel offener / toleranter mit umgehen als so mancher Erwachsene. Außerdem könnte es doch auch durchaus eine positive Wirkung haben und zum besseren Verständnis verschiedener Kulturen beitragen, wenn man es zum Anlass nehmen würde, offen mit den Schülern darüber zu reden, was diese Symbole für den Glauben, die kulturelle Identität und persönlich für diese Menschen bedeuten.
Zu Falks Anmerkung möchte ich noch hinzufügen, dass man da meiner Ansicht nach schon differenzieren muss. Natürlich ist die Frau in vielen islamischen Gesellschaften (ich will das nicht pauschalisieren, denn Islam ist auch nicht gleich Islam, so wie es auch verschiedene christliche Konfessionen gibt, die gewisse Dinge ganz unterschiedlich sehen) immer noch benachteiligt; das möchte ich gar nicht leugnen oder kleinreden.
Aber ich möchte doch hinzufügen, dass es auch manche muslimische Frauen gibt, die Ihr Kopftuch FREIWILLIG tragen - einfach als Ausdruck ihres Glaubens und ihrer kulturellen Identität. Und das sind nicht unbedingt Frauen aus den konservativsten islamischen Gruppen.
Auf jeden Fall ein sehr interessantes und wichtiges Thema, dass Du da angesprochen hast, liebe Pat.
LG Karin :schreibend:

vom 08.11.2006, 07.34
Antwort von Nickname:

Ich denke auch, dass man mehr andere Kulturen und Religionen kennenlernen sollte, um tolerant und verständnisvoll ihnen gegenüber zu werden. Dinge zu verbieten waren noch nie ein guter Weg zur Weiterentwicklung. Im Gegenteil. Und ein Staat, der soviel Wert auf sein Grundgesetz legt und so eine Entscheidung trifft, ist für mich sehr widersprüchlich.

Und das andere Thema ist eigentlich die Rolle der Frau, die sogar bei uns immer noch zu kämpfen hat, erst recht in den Ländern, wo Gleichberechtigung noch ein Fremdwort ist. Das braucht aber seine Zeit und geht nicht von heute auf morgen. Aber Aufklärung und offen sein gegenüber diesen Dingen ist da besonders wichtig. Verbote sind da meiner Meinung nach der falsche Weg.


4. von Viola

@Falk...
Ich habe das grosse Glück, mit türkischen Menschen zu arbeiten, ich habe auch das noch grössere Glück, eine neugierige Frau zu sein. Mir ist natürlich schon Unterdrückung begegnet. Aber mir ist viel öfter begegnet, dass Kolleginnen sagten, sie wären Muslime, aber den Glauben zu Leben ist unabhängig vom Kopftuch. Das Kopftuch zu tragen ist EINE von vielen Empfehlungen, die gelehrt wird, wenn man dem muslimischen Glauben beitritt. Es gibt viele Frauen, die von sich aus das Kopftuch tragen, weil es ihnen angemessen erscheint. Komischerweise wird hier in Deutschland das Kopftuch als Zeichen der Unterdrückung und der Gewalt in Ehe und Familie gedeutet.
Wir können froh sein, dass DAS nicht wirklich der Fall ist...sonst wären wir mit der Tatsache konfrontiert, dass die Strassen voll sind von Menschen, die Kopftuch tragen...
Ich wünschte, wir wären allesamt ein wenig offener und toleranter....
Eine Frau, die Lehrerin wird, ist intelligent, sie ist sich Ihrer Verantwortung, gerade mit ihrem Glauben, sehr bewusst....davon geh ich einfach aus!


vom 03.11.2006, 23.11
Antwort von Nickname:

Vielen Dank für dein Statement. Das war sehr aufschlussreich. Ich kann dir da nur recht geben.
3. von Falk (Psycho-Blog)

Die Frauen sollten das selbst entscheiden dürfen.

Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass eine Frau innerhalb eines solchen religiösen Familienclans wirklich die Freiheit hat, das selbst zu entscheiden :zwinkernd:

Insofern ist für mich diese "Unterdrückung" dieser Form von Religionsausübung nicht das Hauptproblem :zwinkernd:

LG,
Falk

vom 03.11.2006, 17.36
Antwort von Nickname:

Viele entscheiden ja auch selbst, ob die Kopftuch tragen oder nicht. Die Unterdrückung gerade in diesen Kulturkreisen ist ein ganz anderes Thema, finde ich.
2. von Viola

Richtig! Danke!! Das ist ganz meine Meinung!!
Es gibt ja auch keine Vorschrift, die verbietet, dass beschnittene nicht Lehrer werden dürfen....oder Katholiken...denen sieht man ihren Glauben nämlich nicht an....DAS ist der Knackpunkt.....es kommen keine Fragen auf, da sie ihren Glauben nicht nach aussen zeigen....
Stellt sich die Frage, wer letztlich die Definition der Toleranz scheinbar für sich gepachtet hat, dass Toleranz beim Kopftuch aufhört und das per Schulgesetz.

vom 03.11.2006, 14.10
Antwort von Nickname:

Auch Christen zeigen ihren Glauben nach außen hin z. B. in Form des Kreuzes um den Hals. Aber das stört merkwürderweise niemanden.
1. von Angelcurse

Hi,

ganz so einfach, finde ich, ist diese Sache nicht zu beurteilen. In vielen türkischen Familien ist es auch heute noch so, dass die Frauen sich um jeden Preis den Männern unterzuordnen haben - sogar geschlagen werden, wenn sie es nicht tun. Dass türkische Mädchen sich nicht mit Jungs treffen dürfen und von ihren Vätern bis zum Geht-Nicht-Mehr in ihrer Freiheit beschnitten werden.

Wie siehts denn da mit der freien Entfaltung aus!? Soll das erlaubt sein!? Oder zählt es nicht, weil es nicht in der Öffentlichkeit passiert?

LG
Angelcurse

vom 03.11.2006, 08.54
Antwort von Nickname:

Ich denke, dass ist ein anderes Thema. Es werden ja nicht alle Frauen, die Kopftuch tragen, geschlagen oder unterdrückt.

Aber das Thema, was du ansprichst, ist natürlich ein noch wichtigeres Problem, was es langfristig zu lösen gilt. Die Achtung und auch die Gleichberechtigung der Frau in diesen Ländern ist doch noch sehr mittelalterlich und nicht mehr zeitgemäß. Ich befürchte allerdings, dass dies noch einige Generationen (wir Europäer sind ja auch noch recht "jung", was dieses Thema betrifft) dauern wird, bis sich da merklich etwas ändert.

Vielen Dank für dein sehr interessantes  Kommentar.


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