Ausgewählter Beitrag

Laufen. Essen. Schlafen. von Christine Thürmer

Als Christine Thürmer gekündigt wird, beschließt sie, sich eine Auszeit zu nehmen und auf dem Pacific Crest Trail von Mexiko nach Kanada zu wandern – 4277 Kilometer. Eigentlich unsportlich und ohne Erfahrung bricht sie zu ihrem Abenteuer auf und schafft es tatsächlich bis ans Ziel. Und sie wandert weiter, läuft 2007 den Continental Divide Trail und 2008 den Appalachian Trail. Aus der gewissenhaften Geschäftsfrau wird eine Langstreckenwanderin, die fast ununterbrochen draußen unterwegs ist – zu Fuß, per Fahrrad oder Boot. Anschaulich und humorvoll beschreibt Christine Thürmer die Geschichte ihrer inneren Suche, ihre Erlebnisse und landschaftlichen Eindrücke auf den drei großen Trails und wie es ist, als Frau allein unterwegs zu sein.

288 Seiten, Malik Verlag, LINK zu Amazon



Dieses Buch beschreibt in einer unterhaltsamen, aber einfachen Art und Weise, wie eine Frau die drei Trails durch Amerika durchläuft. Man lernt ein wenig von der Autorin kennen, doch bleibt sie meistens an der Oberfläche. Als Nichtwanderin kenne ich mich mit den Qualen des Wanderns nicht aus und hätte da eventuell ein wenig mehr Beschreibung erwartet. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, kilometerweit mit nassen Schuhen und Socken zu wandern und bis zur Unterkühlung zu frieren. Ich hätte es spannender gefunden, wenn die Autorin mehr beschrieben hätte, wie sich das anfühlt, was man dabei denkt, denkt man überhaupt noch dran? Ihre Beschreibungen sind da leider eher oberflächlich und konzentrieren sich mehr auf ihre Begleiter, Bekanntschaften oder alltäglichen Erzählungen. Trotzdem sind natürlich einige Dinge ganz interessant zu lesen, einiges wiederholt sich ein paar mal, z. B. die Essensbeschaffung und -einteilung. Für jemanden wie mich, der sich auf diesem Gebiet gar nicht auskennt, ein interessanter Einblick in diese Welt. Diejenigen, die sich mehr Informationen und/oder Gefühle erhoffen, werden wohl eher enttäuscht sein.



Nickname 13.09.2017, 00.00

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Kommentare zu diesem Beitrag

2. von moni

Ich denke, gerade solche "Reiseberichte" werden vom Leser immer recht unterschiedlich aufgefasst. Je nach dem, worauf der Leser Wert legt. Ich denke aber auch, dass eine besondere persönliche Note solche Berichte interessanter und lebendiger macht.
Lieben Gruß
moni

vom 13.09.2017, 15.14
Antwort von Nickname:

Gerade persönliche Berichte treffen sicherlich nicht jeden Geschmack. Ich fand das Buch ja auch nicht schlecht, aber wie Du schon schreibst, die besondere Note fehlte mir da ein wenig.
1. von Tonari

Wie unterschiedlich wir das doch bewerten, was wir gelesen haben. Ich fand die "Wegbeschreibung" spannend und habe nicht erwartet, dass die Autorin (zu) tief in Seelenleben blicken lässt.

vom 13.09.2017, 03.47
Antwort von Nickname:

Die Wegbeschreibungen fand ich auch gut, allerdings war alles sehr sachlich und aufgeräumt erzählt. Das Gefühl kam nicht bei mir an, auch mit der Geschichte mit Bob. Das fand ich schade.
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