Ausgewählter Beitrag

Rundreise durch Skandinavien #3 von Riekonlinna zum Nordkap

FORTSETZUNG

Von Riekonlinna über Inari zum Nordkap




Wir allesamt hatten ein Schlafproblem: Es war zu hell. Tatsächlich wird es hier in diesen Breitengraden auch Ende Juli nicht wirklich dunkel. Nun könnte man meinen, dass der findige Finne blickdichte Vorhänge kennt. Kennt er vielleicht, nutzt er aber nicht. Warum auch? Wie bei Ying und Yang muss man ja Ausgleich schaffen. Während in den Wintermonaten, und die fangen verdammt früh an, es fast nur dunkel ist, wird es das eben im Sommer nicht. Ich glaube, die Finnen und auch die Norweger schlafen zu dieser Zeit nie. Im Winter haben sie dafür ja reichlich Zeit. Wir Mitteleuropäer waren das aber nicht gewöhnt und so stieg der eine oder andere ein wenig verschlafen in den Bus, richtig: um Punkt 7:55 Uhr ging es weiter. Wir wurden aber durch die Vielzahl der Rentiere am Straßenrand und auch auf der Straße schnell hellwach. Wie am Vortag ertönte also relativ häufig unser mittlerweile perfektioniertes Ohhhhhh bei jedem Ren. 

Knapp 96 % der Reisegruppe buchte den Besuch einer Rentierfarm dazu. Für 29 Euro war das auch sehr erschwinglich. Apropo Währung: Sowohl in Schweden als auch in Norwegen kommt man gänzlich ohne Bargeld aus. In Finnland eigentlich auch, aber Euros hat man ja immer in der Tasche. Und so viel Zeit zum Einkaufen gab es bei dem straffen Zeitfenster wirklich nicht. Ich habe es trotzdem geschafft, in Norwegen eine hellblaue Regenjacke zu kaufen, aber auch nur, weil wir zufälligerweise 2 x am gleichen Rastplatz anhielten.


Zurück zu den Rentieren. Auf der Rentierfarm wurden wir zunächst von zwei frei herumlaufenden Rentieren begrüßt, anschließend dann von einer Samin und einem Rentierzüchter. Im Gehege sah man zunächst keine Rentiere. Dann klopfte der Same mit einem Holzknüppel an einem Baum und so schnell konnten wir gar nicht unsere Kameras schussbereit machen wie die Rentiere schon auf uns zujagten. Wir waren natürlich ausstaffiert mit Futter. Die Verzückung war ganz auf unserer Seite und wir mussten uns sehr zurückhalten, diese possierlichen Tiere nicht zu streicheln. Angeblich sind Berührungen für die Rentiere nicht angenehm und können die Schutzschicht, die sie für den Winter dringend benötigen, beschädigen, soweit ich das noch richtig in Erinnerung habe.



Nach dieser Begegnung erfuhren wir bei einer leckeren Tasse Kaffee und Gebäck noch einiges über die Samen , die früher die Lappen hießen und zu der Urbevölkerung Lapplands zählen.



Die Gegend um Inari herum ist sehr idyllisch. Generell gibt es in Finnland unglaublich viel Land. Man kann kilometerlang fahren, bis man in die nächste Stadt oder ins nächste Dorf kommt.
Ein Besuch im Samenmuseum in Inari war zeitlich sogar auch noch drin, bis es endlich Richtung norwegische Grenze weiterging.





Insgesamt fuhren wir mit dem Bus ca. 430 km bis zum Nordkap in Norwegen. Übernachtung war in Honningsvag, einer eher unscheinbaren Stadt, die vermutlich nur wegen den Touristen und dem Nordkap besteht. 



Wir durften uns ein wenig ausruhen. Es war schon frustrierend, dass wir immer dann Zeit zur Verfügung hatten, wenn wir keine gebraucht hätten. Was sollte man in diesem tristen Ort auch schon machen? Anderorts, wo man gerne ein wenig verweilt wäre, stand ein treibender Reiseleiter hinter uns, der seinen Zeitplan einhalten musste. Das ist sicherlich der Organisation verschuldet, die vermutlich am grünen Tisch gemacht wurde. Ich glaube nämlich nicht, dass einer von Berge und Meer jemals diese Route mitgemacht hat.

Um 21:30 Uhr ging es dann endlich in Richtung Nordkap, wo wir doch unglaubliche 2 Stunden Aufenthalt hatten. Ich weiß nicht genau, was man da alles in 2 Stunden machen soll, verträumt in die Gegend schauen wird bei der Vielzahl von Touristen eher schwierig. Ein paar Rentiere hätte man jagen können (was wir zeitweise auch gemacht haben). So viel Glück, wie wir bisher mit dem Wetter hatten, so hatten wir hier am Nordkap ein wenig Pech. Eine freche lockere Wolkenwand schob sich genau zwischen Horizont und Sonne, so dass wir leider den legendären Sonnenuntergang nicht sehen konnten. Dafür hatten wir kurz vorher einen schönen Fotostop mit untergehender Sonne. Man kann eben nicht alles haben.







Ein wenig erinnert mich die Küste an die Bretagne, aber vermutlich gibt es diese Felsenformationen überall an der Küste.










Nickname 27.08.2018, 00.00

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Kommentare zu diesem Beitrag

2. von Sabiene

Das Nordkap ist schon ein besonderer Platz, wir haben es auf unserer Hurtigruten-Reise bewusst verschlafen :-) Es muss da ja ein bisschen zugehen, wie auf dem Oktoberfest, oder?
(Seit Wochen nehme ich mir vor, deine Reiseberichte zu lesen und komme erst jetzt dazu ... )
LG Sabienes


vom 29.10.2018, 21.40
Antwort von Nickname:

Es ging eigentlich. Es verlief sich ein wenig. Aber klar, viel los ist da schon.
1. von Edith T.

Ja, am Nordkap tummeln sich wohl immer sehr viele Touristen. Aber ich fand es da trotzdem klasse. Es war schon ein Erlebnis besonderer Art.
Ich finde die Fotos mit den Wolken besonders schön, das macht den Himmel interessanter, finde ich.
Der orangefarbige Wasser beim Sonnenuntergang ist auch toll.
LG, Edith


vom 02.09.2018, 19.21
Antwort von Nickname:

Es war auch schön, keine Frage. Aber wir haben auch unglaublich schöne Sonenuntergänge ohne etwas dafür zu bezahlen, gesehen. Es reicht einmal, finde ich.
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Da sind aber diesmal Bücherwichtel angesagt .
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Liebe Pat, heute beteilige ich mich mal wiede
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Wie niedlich, liebe Pat,der kleine Wichtel ha
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Ich habe es auch kürzlich gelesen, hat mir gu
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Das ist ja witzig und nett..bei mir auch :)Me
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