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Überfluss

Wir leben im Überfluss, manchmal sogar, ohne dass es uns wirklich bewusst ist.


Egal welchen Schrank ich mir ansehe, den Kleiderschank, den Schuhschrank, mein Kosmetikschrank, mein Bastelschrank, Geschirrschrank, mein Schreibtisch, Bettwäscheschrank, von Bücherschränken bzw. Regalen ganz zu schweigen, quillt dieser über.

Trennen kann ich mich nur schwer, da ich tatsächlich noch alles in meiner Wohnung befindliche benutze, wenn auch nicht so oft. Regelmäßig sortiere ich auch Kleidung, Schuhe, Zeitungen und anderes aus. Und trotzdem... es wird nicht weniger, sondern immer mehr. Kaufen müsste ich nie wieder etwas - rein theoretisch. Sogar duschen und Eincremen (Dank netter Geburtstagsgeschenke) könnte ich schätzungsweise die nächsten 5 Jahre ohne zusätzliche Einkäufe.



Und dann fiel mit gestern Nachmittag dieses Buch in die Hände:



Link zu Amazon



Zufälligerweise wurde die Autorin gestern Abend im Kölner Treff interviewt (wird am Sonntag wiederholt). Die Autorin hat ein Jahr lang keine Kleidungsstücke gekauft und nur von ihrem Bestand gelebt. Ich finde das bewundernswert und fragte mich direkt, ob ich das auch könnte.
Spontan sagte ich: Niemals! Wenn ich an meinem letzten Versuch denke, 6 Wochen lang keine Bücher zu kaufen und daran scheitere, ist ein Jahr eine kleine Ewigkeit.
Und doch lässt mich der Gedanke nicht los. Ich überlege tatsächlich, ab Januar bis mindestens Ostern keinen einzigen Luxusartikel zu kaufen, also keine Kleidungsstücke, keine Schuhe, natürlich keine Bücher und auch keine Kosmetika, die nicht dringend benötigt werden.

Um mich ein wenig zu bestärken, versuchte ich heute morgen mal, meine Kleidungstücke zu zählen. Als ich bei über 20 Jacken ankam und feststelle, dass ich tatsächlich über 20 Kleider besitze (ich ziehe selten welche an), von den 100 T-Shirts und Schuhen ganz zu schweigen, sollte ich dieses Projekt wirklich in Angriff nehmen.


Ich brauche aber einen kleinen Ansporn. Mitmachen wird sicherlich keiner freiwillig, ist es doch Wahnsinn genug für einen alleine. Aber in Anbetracht der vielen Menschen, denen es weitaus schlechter geht, habe ich  mir überlegt, dass ich das Geld, was ich normalerweise für Kleidung und Bücher in diesem Zeitraum ausgegeben hätte (Begehrlichkeiten werde ich sicherlich genügend finden), für einen guten Zweck zu spenden.
Denn... brauchen tu ich nix mehr... andere dafür um so mehr.


Stichtag ist somit der 1. Januar 2014 und endet mit Karfreitag. In dieser Zeit werde ich für mich persönlich keine Kleidung, keine Schuhe, keine Bücher und keine zusätzliche Kosmetika kaufen.

Das sind dann vom 01.01.14 bis 18.04.14 genau 107 Tage, 15 Wochen und 2 Tage.


Ich kaufe nix!


Nickname 30.11.2013, 13.39

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Kommentare zu diesem Beitrag

7. von Heike

Ich begrüße dieses Vorhaben und unterstütze dich bei diesem Vorhaben gerne, wo ich kann, aber das ist ja genauso wie mit diesen Crash Diäten. Ein paar Wochen hungern und darben, man erfreut sich über das erreichte Ziel und danach fällt man direkt wieder in denselben Trott. Daher solltest du deine Käufe nicht nur vom 01.01.14 bis Karfreitag überdenken, sondern auch darüber hinaus. Ich weiß, es ist ein Anfang, aber gleich so ein langer Zeitraum? Ich drücke dir die Daumen und wünsche, dass du nach Karfreitag insgesamt dein Kaufverhalten verändert hast.

vom 07.12.2013, 08.51
Antwort von Nickname:

Viele machen es sogar ein ganzes Jahr - das habe ich mir am Anfang dann doch nicht zugetraut.
Mein Kaufverhalten hat sich jetzt schon geändert,obwohl mein Projekt noch gar nicht angefangen hat. Ich beginne umzudenken - generell und unabhängig von meiner Kaufdiät.
Wenn es gut läuft bis Karfreitag werde ich vielleicht weitermachen. Danach beginnt ja erst die schwierige Zeit, wenn die ganzen neuen Klamotten rauskommen.
6. von Edith T.

Seit einiger Zeit kaufe ich viel bewusster ein, was Bekleidung betrifft. Ich habe in letzter Zeit häufig Sendungen darüber gesehen, wie Bekleidung hergestellt wird, bzw. unter welchen Bedingungen für die Arbeiter in den betreffenden Ländern.
Viele von ihnen sterben an Vergiftungen, nur damit wir eine sand-gestrahlte Jeans oder ein buntes T-Shirt kaufen können - und das zum "Wegwerf-Preis"!
In den Billiglohn-Ländern kann keine Textil-Arbeiterin/ Arbeiter von dem, was sie verdienen, leben. Ihre Arbeitszeit beträgt in der Regel 14-18 Stunden - zu einem Hungerlohn, ohne Toilettenpause und Zeit, zwischendurch etwas zu trinken. Das ist menschenunwürdig, das will ich nicht durch den Kauf von Billigst-Klamotten unterstützen.
Das Problem ist nur, dass selbst gute Marken, von denen man das nicht glauben würde, oftmals unter schlechten Bedingungen produzieren lassen.
Ich habe in letzter Zeit oft vor einem Teil gestanden, welches ich gerne gekauft hätte - bis ich mich gefragt habe, ob ich es wirklich brauche bzw. ob ich es auch häufig tragen werde.
Die Antwort war meistens "nein" - und ich habe es hängen gelassen.
Das entlastet nicht nur meinen Geldbeutel, sondern auch meinen Schrank.
Und ich habe mir fest vorgenommen:
für jedes neu gekaufte Teil wird ein anderes abgegeben, und zwar in das Sozialkaufhaus.
Ich glaube, das funktioniert :daumenoben:
Liebe Grüße,
Edith

PS.: Es gibt leider viele Menschen, die sich vernünftig hergestellte Anziehsachen nicht leisten können. Denen bleibt keine andere Wahl, als das Billigste zu kaufen und damit diese Art der Produktion notgedrungen zu fördern.
Und auch bei mir gibt es eine Schmerzgrenze, was den Preis betrifft.
Auch darum kaufe ich lieber weniger, dafür bewusster.

vom 03.12.2013, 19.28
Antwort von Nickname:



Die Themen kenne ich mittlerweile auch und wenn man sich näher damit beschäftigt, kommen immer mehr Horrormeldungen zu Tage. Verhindern kann man das nicht und nicht kaufen kann auch keine Lösung sein, weil dann die Menschen gar keine Arbeit hätten. Da sind eindeutig auch stark die Wirtschaft und die Politik gefragt. Ich kann als Konsument nur ein Zeichen setzten. Und bewusster mit den Ressourcen umgehen. Und das werde ich, vielleicht auch über die 107 Tage hinaus. Aber die will ich auf jeden Fall schaffen. Ist auch eine mentale Geschichte, irgendetwas ersetzt das Extrem-Shopping ja bei mir.


5. von Papyrus

Konsumieren ist ja nicht unbedingt schlecht, jedoch die Art wie wir konsumieren. Das ist zumindest mein Eindruck. Wir kaufen nebenbei und ohne Rücksicht auf Verluste. Eigentlich ist das aber auch kein Wunder, wurden wir doch zum Konsum erzogen, spricht alle Welt von der Kaufkraft. Mein Konsumverhalten hat sich verändert, seit ich nach Ägypten fahre. Zum einen, weil ich vor Ort erlebt habe, mit wie wenig andere Menschen auskommen müssen und auch können. Zum anderen, weil ich mein Geld eben spare um öfter im Jahr nach Ägypten fliegen zu können.
Seitdem habe ich mein Verhalten geändert. Habe ich etwas entdeckt, was mir gefällt, hilft es mir, mich zu fragen "brauche ich das wirklich?". Meistens lautet die Antwort "nein" und es fällt leicht, diese Begehrlichkeit dann nicht zu kaufen. Wenn ich nun einkaufen gehe (neudeutsch shoppen, dann mache ich das ganz bewusst und freue mich auch darauf Geld auszugeben. Egal, ob das dann ein Tag bei Ikea, oder in Düsseldorf, ist. Das funktioniert auch bei Kosmetika, Kleidung und sogar Büchern.
Ich wünsche dir erfolgreiches Gelingen. Ich glaube diese Erfahrung ist eine Bereicherung :daumenoben:

vom 01.12.2013, 17.26
Antwort von Nickname:



Deine Methode finde ich gut, soweit bin ich dann wohl noch nicht, obwohl ich seit Ägypten auch mehr über unseren Überfluss und auch daraus resultierenden Unzufriedenheit nachdenke und mich das Thema seither nicht mehr loslässt. Halt mit der eigenen Umsetzung ist das so eine Sache.

Ich bin gespannt, wie ich ohne jeglichen Konsum die 107 Tage (Option auf Verlängerung) durchstehe. Das Zählen meiner Kleidung am WE (bin noch nicht fertig) hat mir einen gehörigen Schock versetzt.


4. von Elke Scharmer

Super Idee! Ich schließe mich spontan deinem Entschluss an. Endlich mal ein ordentlicher Vorsatz fürs nächste Jahr. Mein Mann unterstützt mich bestimmt, mal sehen was die Kinder (12 und 18) dazu sagen.Ich drück uns die Daumen.
Elke

vom 30.11.2013, 23.50
Antwort von Nickname:

Das ist super, schreibst du was in deinem Blog darüber? Falls du das durchziehst, könnte man sich ja dann austauschen.
3. von jahreszeitenbriefe

Das Thema treibt mich auch gerade um... (obwohl ich deine Zählungen beileibe nicht toppen, bei Weitem nicht mal egalisieren könnte ;-), neulich fand ich das hier und denke darüber nach es zu probieren: Hier klicken
(Wir sind von der Konsumgesellschaft schon in der Kaufgesellschaft gelandet, kaufen ohne es zu brauchen...) Lieben Gruß Ghislana

vom 30.11.2013, 18.15
Antwort von Nickname:



Meine Zählungen haben wir am WE einen Schock versetzt.... und ich habe meine Sommerkisten noch gar nicht ausgepackt.

Und wenn man bedenkt, was mit den Menschen gemacht wird, die für unseren Überflusskonsum arbeiten müssen..... ich habe da gerade informativ erst an der Oberfläche gekratzt, aber bin jetzt schon sehr betroffen.


2. von Jutta K.

Gratuliere, du hast einen sehr guten Entschluss gefasst.
Auch ich habe diese Sendung gesehen und war eigentlich entsetzt darüber, wie viele Kleidungsstücke man haben kann. Im Laufe meines Lebens habe ich gemerkt, dass man ein paar Stücke hat, die man immer wieder anzieht.Der Rest hängt nur rum. Wenn ich mal merke, dass ich etwas habe, was nicht mehr passt oder ein Fehlkauf war, kann ja mal vorkommen, dann gebe ich es in die Kleiderkammer der Diakonie und tue so damit gleich ein gutes Werk. So bin ich immer mit wenigen, aber guten Kleidungsstücken zufrieden und kaufen tue ich sowieso nur einmal in der jeweiligen Saison ein oder 2 Stücke und die kann ich meistens noch mit den bereits vorhanden kombinieren.
Ich wünsche dir, dass du deinen Vorsatz auch in die Tat umsetzt.
Herzliche Grüße
Jutta

:daumenoben: :daumenoben:

vom 30.11.2013, 18.12
Antwort von Nickname:



Ich gebe auch regelmäßig meine Kleidung ab und trotzdem hat sich soviel angesammelt.

Das wird sich aber demnächst - besonders im nächsten Jahr stark reduzieren.


1. von Anette

Klasse! Ich bewundere deinen Entschluss!
Momentan befinde ich mich auch im Aufräumwahn. Und habe auch schon mehr als einmal den Kopf geschüttelt.
Mir geht es da ähnlich wie dir - ich habe von Vielem mehr als genug.Und habe mir letzte Woche fest vorgenommen, mir kein Bastelmaterial mehr zu kaufen. Es sei denn, ich bekomme einen familiären Großauftrag ;) Ebenso ergeht es mir mit Wolle. Und mit Dekokram ...
Schlimm ist das.
Ich drück dir die Daumen, dass du durchhältst - solltest du ein Stück Seife oder ähnliches dringend benötigen - melde dich, ich schick dir dann ein Care-Paket ;-)
Liebe Grüße, Anette


vom 30.11.2013, 14.58
Antwort von Nickname:



Vielen Dank. Geschenke darf ich ja annehmen ;-))))

Auf Wolle und Bastelsachen kann ich das durchaus ausweiten, werde ich auch. Und kein Bücherkauf - das sollte ich eigentlich wirklich mal ein Jahr konsequent durchziehen.

Es ist ja nicht nur der unkontrollierte Konsum, sondern auch die daraus resultierende Massenanfertigung von Kleidung zu Kosten anderer Menschen. Das gefällt mir so gar nicht, auch wenn ich als kleiner Konsument an die Praktiken weltweit nicht so viel ändern kann. Aber bewusster und weniger einkaufen, das kann ich.



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Gitta:
Danke für die traumhaften Bilder! Du bist auc
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Das muss eine Traum-Reise gewesen sein, liebe
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Diese Fliesen-Mosaiken finde ich so schön!Und
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Das Leben dort ist wohl sehr bunt - und diese
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Das 2. Foto ist der Hammer, liebe Pat.Traumha
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