Rundreise durch Skandinavien 

Reisebericht 12tägige Rundreise durch Skandinavien: Schweden-Finnland-Norwegen-Schweden




Skandinavien war schon sehr lange ein Reiseziel von mir. Mich hat schon immer die unglaubliche Landschaft fasziniert. Auch die Menschen, die dort leben, finde ich interessant. Immerhin gehören die Norweger, die Schweden und die Finnen als auch die Dänen zu den glücklichsten Menschen auf der Welt. Nach dieser Reise weiß ich auch warum. Nirgendwo sonst findet man innerlich so viel Ruhe und Gelassenheit wie dort ... wenn man nicht gerade eine anstrengende Rundreise mit einem eher empathiearmen Reiseleiter macht. Das könnte dann schon ein wenig stressig werden. Aber ich hatte es mir ja so ausgesucht. Skandinavien ist auf jeden Fall eine Reise wert und sollte man unbedingt auch individuell bereisen (einer meiner neuen Reiseziele für die nächsten 20 Jahre).

Letztes Jahr suchte ich schon länger nach einer Reise, in der die für mich wichtigen Länder Schweden, Finnland und Norwegen bereist werden. Bei Berge und Meer wurde ich fündig. Immerhin ein renommierter Reiseveranstalter, der für seine Rundreisen bekannt ist. Vielleicht ein wenig zu bekannt.

Dies war unsere Reiseroute:



TAG 1
Anreise war Schwedens Hauptstadt  Stockholm. Laut Reisebeschreibung hätte man am 1. Tag einen Abendausflug durch die Stockholmer Schären machen können. Blöd war nur, dass der Flug erst gegen 17:30 h ging und wir frühestens um 19:25 h in Stockholm landen würden. Das würde also nichts werden mit dem Abendausflug.

Immerhin verlief die Anreise problemlos. Nach einer etwas längeren Warteschleife am Eurowings-Schalter, der restlos unterbesetzt war, verliefen die weiteren Kontrollen relativ zügig, so dass ich noch genügend Zeit hatte, eine Kleinigkeit dort zu essen. Bei Rundreisen neige ich dazu, zu rätseln, wer noch mit dabei sein würde. Tatsächlich waren bei meinen bisherigen Rundreisen so gut wie nie jemand mit der gleichen Maschine unterwegs. Von daher dachte ich sogar noch am Flughafen in Stockholm, das meine Vermutungen ohnehin reine Fiktion wären. Mein Koffer kam als erstes, so dass ich auf dem Weg zum Ausgang unseren Reiseleiter, der noch verloren mit einem Berge und Meer Schild am Rande stand, in die Arme lief. Ich erfuhr, dass er mit der gleichen Maschine angekommen sei (was ich so auch noch nicht erlebt hatte) und bat mich, das Schild zu halten, damit er auch seinen Koffer holen könnte. Derweil sammelten sich immer mehr Mitreisende aus meinem Flieger an und ich erkannte einige wieder, ein Pärchen saß sogar neben mir. Tatsächlich waren fast ALLE Mitreisenden in dieser Maschine gewesen und es wurden immer mehr. Bei 40 hörte ich auf zu zählen. Letztendlich waren wir 48 Reisende, was mich erstmal schockte. Berge und Meer hat da wirklich seine Ressourcen ausgenutzt. Meine Hoffnung, als Alleinreisende eine Sitzplatzreihe für mich alleine zu haben, war damit zerplatzt. Immerhin erging es nicht nur mir so. 

Mit vollgepacktem Bus (ich war wirklich erstaunt darüber, wie unser Busfahrer alles unterbringen konnte), ging es dann zu unserem ersten Hotel. Sogar Abendessen bekamen wir noch. Die Alleinreisenden fanden sich relativ schnell zusammen, was ich sehr gut fand. Diesmal war ich auch nicht die Jüngste an Bord. Normalerweise bin ich oft der Bambini bei diesen Rundreisen (und DAS in meinem Alter).

Generell kann man sagen, das die ausgewählten Hotels alle einem guten durchschnittlichen Standard hatten. Das Frühstück und das Abendessen wiesen ein paar Qualitätsunterschiede auf, aber in Summe kann ich sagen, dass Unterkunft und Verpflegung zufriedenstellend waren.



Mein Gepäck war eher auffällig, ich hatte mir gerade einen neuen Koffer gekauft und wollte ihn ein wenig optisch erhalten. Deshalb dieser nette Katzenüberzug (den habe ich übrigens von DORT). Immerhin konnte ich so sofort meinen Koffer erspähen. Auch immer mit im Gepäck ist mein Lieblingsrucksack, der gefühlt schon überall war. Und natürlich der Reiseführer von Baedeker, den ich übrigens sehr empfehlen kann.

Die beiden unteren Bilder zeigen das erste Hotelzimmer im Quality Hotel. Warum man Tagesreisende immer in den höchsten Etagen unterbringt, in diesem Fall im 8. Stock, hat sich mir noch nicht erschlossen. Das Warten auf den Aufzug dauerte fast so lange wie die Busfahrt vom Flughafen zum Hotel. Und wir hatten ja keine Zeit. Wir mussten doch auf Drängen unseres Reiseleiters noch schnell zum Abendessen. Sonst wäre man hungrig ins Bett gekommen.

TAG 2
Am nächsten Tag ging es früh weiter. Eine Rundreise ist ja immerhin keine Erholungsreise. Ausschlafen kann man zuhause. 



Wir bekamen eine Stadtrundfahrt mit dem Bus durch die größte Stadt Skandinaviens mit einer sehr lebhaften Reiseleiterin namens Monique. Wir konnten sogar kurz das Stockholmer Rathaus besichtigen. Den Rest von Stockholm sahen wir leider nur durch das Busfenster (daher auch die schlechten Fotos). Die im Reiseverlauf versprochene Besichtigung der Altstadt fiel leider aus, weil die eigentlich für gestern angesetzte Schärenfahrt anstand. Ich wäre lieber durch die Altstadt gelaufen, auch wenn die Schärenfahrt sicherlich zu empfehlen ist.



Und das war es dann auch schon von Stockholm: einen halben Tag. Unser Reiseleiter meinte, dass er auch nicht wisse, warum das falsch in der Reisebeschreibung stand. Wir sollten halt wiederkommen. Ich muss nicht erwähnen, dass es bereits am ersten Tag ein klein wenig Misstimmung unter den Reisenden gab. Immerhin ist Stockholm sicherlich einer der Highlights auf dieser Reise. Dafür nur einen halben Tag zu reservieren, wird der Stadt und vor allem den Reisenden nicht gerecht. Das fand ich ebenfalls ein wenig enttäuschend, auch wenn ich schon in Stockholm war. Das hätte man sicherlich anders planen können.

Den Nachmittag des 2. Tages verbrachten wir im Bus. Immerhin galt es 375 km hinter sich zu bringen, bis wir in Sundsvall ankamen. Zwischendurch gab ein kleines Mittagessen in Uppsala. Von der Stadt sahen wir nicht viel. Abends in Sundsvall wurden wir dann freigelassen. Das nutzten wir dann auch direkt aus für einen kleinen Spaziergang und ein kleines Abendessen.



Dort fanden wir ganz viele bemalte Drachen, so ähnlich wie in Berlin die Bären und in München die Löwen. Mir haben sie gefallen, wie man sieht. 

Sobald man die Gelegenheit hatte, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen (was wirklich nicht oft war während dieser Rundreise), stellt man fest, dass die Skandinavier sehr offene und freundliche Menschen sind. Eine Schwedin quatschte uns direkt an und erzählte, dass sie nach Griechenland fahren würde, und das, obwohl es gerade den Jahrhundertsommer in Schweden gäbe. Tatsächlich hatten wir hier um die 30 Grad, was eher ungewöhnlich ist. Petrus war uns ohnehin die ganze Reise über sehr wohlgesonnen.

Leider haben wir die angekündigte Mondfinsternis nicht sehen können. Erst gegen 1:00 Uhr nachts zeigte sich der Mond hinter den Wolken, als ich aus meinem Zimmerfenster sah.



Auch die Zimmer im Quality Hotel Sundsvall waren in Ordnung. Natürlich - wie sollte es anders sein - im 7. Stock.

TAG 3
Auch am 3. Tag ging es früh los. Immerhin hatten wir insgesamt 530 km vor uns. Ziel war Lulea.


Zwischenstopp gab es an den Höga Kusten, die zum UNESCO Weltnaturerbe gehören. Das war wirklich schön dort. Man hatte eine unglaubliche Aussicht. Hier auf die Brücke Högakustenbron. Wir kraxelten ein wenig auf dem Hügel herum, fotografierten die Gegend, uns selbst und waren glücklich. Das Wetter war unglaublich, strahlend blauer Himmel, zwischen 25 und 30 Grad. Was will man mehr.



Kurz vor Mittag ging es dann weiter, bis plötzlich der Bus auf einem Seitenstreifen anhielt und uns helle Rauchschwaden überholten. Kurz dachte ich, der Bus brennt. Erstaunlicherweise blieben 48 Passagiere relativ cool und relaxt sitzen und warteten erstmal ab. Dies sollte die erste Nervenprobe zwischen Reiseleiter, Busfahrer und Reisegäste werden. Sicher war: Wir hatten eine Buspanne. Nach mehreren Minuten Beratung und Telefonaten von Reiseleiter und Busfahrer durften wir dann auch aus dem Bus aussteigen. Das war auch gut so, denn es wurden schon die hereinkommenden  Luftströme durch die Bustüren hart umkämpft. Da standen wir nun, 48 Personen mitten auf der Autobahn oder Schnellstraße und warteten. Während Reiseleiter und Busfahrer ein wenig ins Schwitzen gerieten, freundeten sich so langsam die Reisegäste an. Da waren eine Menge Leute, die hatte ich noch nie gesehen. Bei 48 Menschen kann man ja auch mal den Überblick verlieren. Es ergaben sich einige nette Gespräche, man lernte sich kennen, man machte Späße und die meisten von uns waren ziemlich entspannt. Nach einiger Zeit kam dann ein Ersatzbus, unserer musste in die Werkstatt, der uns zunächst nach Umea brachte. Dort konnten wir ein wenig pausieren und etwas zu (Nach-) Mittag essen. Um 16 h stand fest, dass unser Bus ein wenig länger für die Reparatur benötigte und wir wurden mit dem Ersatzbus direkt nach Lulea gefahren. Ohne Koffer. Die kamen erst gegen 22 h mit unserem Bus und Busfahrer an. 





Nach dem Abendessen durften wir einen tollen Sonnenuntergang in Lulea erleben und "spottbillige" Drinks in einem Szenelokal einnehmen. Trotz der unglücklichen Buspanne war das ein toller entspannter Tag. 

TAG 4
Wie sollte es anders sein, es ging auch am 4. Tag wieder früh los. Dies war auch das erste und letzte Mal, dass wir einen Reisenden vermissten, der schlichtweg verschlafen hatte. Bei 48 Leuten kann das mal passieren. Mich wunderte ohnehin, dass das nicht viel öfters vorkam. Trotzdem konnten wir mit nur 5 Minuten Verzögerung pünktlich losfahren. Unser Reiseleiter sah das anders und ermahnte uns wie Schulkinder. Unsere Zeiten wurden auch im 5-Minuten-Rhythmus exakt getaktet. Man fuhr nicht um 8:00 Uhr los, sondern um exakt !!! 7.55 Uhr. Nur, damit das mal klar ist.

Wir fuhren nicht lange, die Hühner und der Gockel schliefen noch, als wir in Lulea Gammelstad ankamen, einem eher verlassenen Ort, an dem sich nur ein paar Touristen verirrten. Dieses alte Kirchendorf gehört ebenfalls zum UNESCO Welterbe.



Ich glaube, wir durften exakt 45 Minuten dort verweilen, dann ging es weiter Richtung finnische Grenze. Da wir als Reisegruppe bei der Buspanne so brav waren, hielten wir angeblich außer Plan in Kukkolaforsen kurz vor der Grenze, eigentlich ein Campingplatz. Warum dieser Halt nicht im Programm steht, ist mir schleierhaft. Es war wunderschön dort und für eine kurze Pause, um sich die Füße zu vertreten, bestens geeingnet. Immerhin hatten wir heute 500 km vor der Brust.



Um exakt 11.38 Uhr (ja, ich kann das auch) passierten wir die finnische Grenze bei Tornio. Mein Arbeitgeber ist finnisch und der Hauptsitz befindet sich dort. Beim passieren der Stadt sah ich auch ein Hinweisschild, dass zu meinem Arbeitgeber führte. Ich winkte meinen Arbeitskollegen unbekannterweise zu. Konnte ja nicht schaden. Ich kann jetzt zumindest sagen, ich war mal dort.

So langsam wurden einige aufgeregt. Es ging zum Weihnachtsmann nach Rovaniemi  und wir kamen den Rentieren immer näher. Im Weihnachtsmanndorf konnte man Postkarten verschicken, mit dem Weihnachtsmann sprechen und sich fotografieren lassen und eine ganze Menge an Souvenirs erstehen. Ich glaube aber, dass das nicht der echte Weihnachtsmann war. Ich fand nämlich einen Zweiten, der ganz gemütlich in einem entfernteren Häuschen saß. Wenn ich der echte Weihnachtsmann wäre, ich würde zu den Touris ein Double schicken und mich selbst dorthin verziehen. Ich glaube, das war auch der echte Weihnachtsmann. 



Wir erreichten übrigens den Polarkreis und erhielten von unserem Reiseleiter eine Urkunde. Ich habe noch nicht entschieden, was ich damit anfangen soll. Vielleicht hefte ich es mit der Rechnung ab.

Auf dem Weg zu unserem Hotel in Riekonlinna sahen wir eine Menge Rentiere, die ziemlich entspannt und gemütlich über die Straße gingen. Wir kommentieren das jedesmal mit einem langgezogenen und erfreutem Ohhhhhhhh. Da es viele waren, waren es auch viele Ohhhhhhhhs. Im Laplandhotel angekommen, gingen wir auch direkt nach dem Abendessen auf Rentierjagd. Die liefen dort überall herum und interessierten sich für die komischen Touristen überhaupt nicht. 



Das Hotel war zwar nicht so modern wie die vorherigen Unterkünfte, das Abendessen war aber super und der Ausblick mit später Gute Nacht Sagen von einem Rentier direkt vor unserem Fenster, einfach nur sagenhaft.



TAG 5
Wir allesamt hatten ein Schlafproblem: Es war zu hell. Tatsächlich wird es hier in diesen Breitengraden auch Ende Juli nicht wirklich dunkel. Nun könnte man meinen, dass der findige Finne blickdichte Vorhänge kennt. Kennt er vielleicht, nutzt er aber nicht. Warum auch? Wie bei Ying und Yang muss man ja Ausgleich schaffen. Während in den Wintermonaten, und die fangen verdammt früh an, es fast nur dunkel ist, wird es das eben im Sommer nicht. Ich glaube, die Finnen und auch die Norweger schlafen zu dieser Zeit nie. Im Winter haben sie dafür ja reichlich Zeit. Wir Mitteleuropäer waren das aber nicht gewöhnt und so stieg der eine oder andere ein wenig verschlafen in den Bus, richtig: um Punkt 7:55 Uhr ging es weiter. Wir wurden aber durch die Vielzahl der Rentiere am Straßenrand und auch auf der Straße schnell hellwach. Wie am Vortag ertönte also relativ häufig unser mittlerweile perfektioniertes Ohhhhhh bei jedem Ren. 

Knapp 96 % der Reisegruppe buchte den Besuch einer Rentierfarm dazu. Für 29 Euro war das auch sehr erschwinglich. Apropo Währung: Sowohl in Schweden als auch in Norwegen kommt man gänzlich ohne Bargeld aus. In Finnland eigentlich auch, aber Euros hat man ja immer in der Tasche. Und so viel Zeit zum Einkaufen gab es bei dem straffen Zeitfenster wirklich nicht. Ich habe es trotzdem geschafft, in Norwegen eine hellblaue Regenjacke zu kaufen, aber auch nur, weil wir zufälligerweise 2 x am gleichen Rastplatz anhielten.


Zurück zu den Rentieren. Auf der Rentierfarm wurden wir zunächst von zwei frei herumlaufenden Rentieren begrüßt, anschließend dann von einer Samin und einem Rentierzüchter. Im Gehege sah man zunächst keine Rentiere. Dann klopfte der Same mit einem Holzknüppel an einem Baum und so schnell konnten wir gar nicht unsere Kameras schussbereit machen wie die Rentiere schon auf uns zujagten. Wir waren natürlich ausstaffiert mit Futter. Die Verzückung war ganz auf unserer Seite und wir mussten uns sehr zurückhalten, diese possierlichen Tiere nicht zu streicheln. Angeblich sind Berührungen für die Rentiere nicht angenehm und können die Schutzschicht, die sie für den Winter dringend benötigen, beschädigen, soweit ich das noch richtig in Erinnerung habe.



Nach dieser Begegnung erfuhren wir bei einer leckeren Tasse Kaffee und Gebäck noch einiges über die Samen , die früher die Lappen hießen und zu der Urbevölkerung Lapplands zählen.



Die Gegend um Inari herum ist sehr idyllisch. Generell gibt es in Finnland unglaublich viel Land. Man kann kilometerlang fahren, bis man in die nächste Stadt oder ins nächste Dorf kommt.
Ein Besuch im Samenmuseum in Inari war zeitlich sogar auch noch drin, bis es endlich Richtung norwegische Grenze weiterging.





Insgesamt fuhren wir mit dem Bus ca. 430 km bis zum Nordkap in Norwegen. Übernachtung war in Honningsvag, einer eher unscheinbaren Stadt, die vermutlich nur wegen den Touristen und dem Nordkap besteht. 



Wir durften uns ein wenig ausruhen. Es war schon frustrierend, dass wir immer dann Zeit zur Verfügung hatten, wenn wir keine gebraucht hätten. Was sollte man in diesem tristen Ort auch schon machen? Anderorts, wo man gerne ein wenig verweilt wäre, stand ein treibender Reiseleiter hinter uns, der seinen Zeitplan einhalten musste. Das ist sicherlich der Organisation verschuldet, die vermutlich am grünen Tisch gemacht wurde. Ich glaube nämlich nicht, dass einer von Berge und Meer jemals diese Route mitgemacht hat.

Um 21:30 Uhr ging es dann endlich in Richtung Nordkap, wo wir doch unglaubliche 2 Stunden Aufenthalt hatten. Ich weiß nicht genau, was man da alles in 2 Stunden machen soll, verträumt in die Gegend schauen wird bei der Vielzahl von Touristen eher schwierig. Ein paar Rentiere hätte man jagen können (was wir zeitweise auch gemacht haben). So viel Glück, wie wir bisher mit dem Wetter hatten, so hatten wir hier am Nordkap ein wenig Pech. Eine freche lockere Wolkenwand schob sich genau zwischen Horizont und Sonne, so dass wir leider den legendären Sonnenuntergang nicht sehen konnten. Dafür hatten wir kurz vorher einen schönen Fotostop mit untergehender Sonne. Man kann eben nicht alles haben.







Ein wenig erinnert mich die Küste an die Bretagne, aber vermutlich gibt es diese Felsenformationen überall an der Küste.






TAG 6
Da wir erst nach Mitternacht ins Bett gingen, waren wir am nächsten Tag ein wenig gerädert. Taghell und wenig Schlaf, das macht sich irgendwann bemerkbar. Immerhin ging es diesmal erst um 8.30 Uhr weiter in Richtung Alta, wo man im Freilichtmuseum spazieren gehen konnte und irgendwelche Felszeichnungen bewundern durfte. Ich bin kein großer Fan von prähistorischen Kindergartenmalereien. Kennst du eine Höhlenmalerei, kennst Du alle. Ein paar von uns haben lieber die Zeit genutzt, mal die Seele bei einer leckeren Tasse Kaffee und einer kleinen Zwischenmahlzeit baumeln zu lassen. Der Ausblick dort war unglaublich schön, das Wetter wie bisher immer einfach bombig. 



Wir konnten so ein wenig entstressen, was richtig gut tat. Und was sich noch bewähren sollte. Denn wir kamen nicht sehr weit. Der Bus geriet in eine Polizeikontrolle. Das uns die Buspanne in Schweden hier in Norwegen noch einholen sollte, darauf wären wir nie gekommen. Leider gab es da ein paar Lücken in der Dokumentation, die gefüllt werden mussten, um die zu lange Fahrzeit unseres Busfahrers zu erklären. Das dauerte. Der Norweger ist eben ein stressfreier Mensch. Aber auch sehr gewissenhaft. Nach 2 1/2 Stunden ging es dann endlich weiter. Ein Besichtigungspunkt fiel dadurch leider weg, wir mussten unbedingt das Hurtigruten-Schiff erreichen, dass uns von Skervoy nach Tromso bringen sollte. 

Der Busfahrer gab also Gas und fuhr ohne weitere Pausen durch. Einige Mimosenblasen kamen an ihre Grenzen. Ich verschlief den Großteil der Busfahrt, auch wenn die Aussicht unglaublich schön war, wie ich hier in einen meiner wachen Momente fotografieren konnte. 





Wir erreichten unser Schiff pünktlich und so kamen wir in den Genuss, eine tolle Fahrt mit dem Hurtigruten-Schiff zu erleben mit einem super schönen Sonnenuntergang. Wir genossen die Zeit mit einem leckeren Essen und gönnten uns ein oder zwei Bier. Man konnte ja sonst kaum Geld ausgeben (nicht, weil es keine schönen Sachen in Skandinavien geben würde, es war einfach keine Zeit oder die Geschäfte schon zu). Ich lasse hier jetzt einfach mal die Bilder sprechen.














Nach der Fahrt wurde das Durchzählen geübt. Es ist einfach ungeheuerlich, dass die Reisenden nicht einfach mal an ihrem Platz stehen bleiben konnten, auch wenn man nicht mitbekommt, dass man gerade an einer Volkszählung teilnimmt. Der Reiseleiter hatte seine liebe Not und musste 2 x zählen. Wie gut, dass unser Busfahrer immer sehr entspannt war und uns sicher zu unserem Hotel in Tromso brachte.

TAG 7
Am nächsten Tag durften wir Ausschlafen und das sogar in einem verdunkelten Zimmer. Wir konnten unser Glück kaum fassen. Und wir durften bleiben und uns sogar Tromso ganz in Ruhe anschauen. 







Erst um 12 Uhr ging es weiter mit einem kurzen Stopp an der Eismeerkathedrale in Richtung Harstad, wo wir in unserem Hotel ein tolles 3-Gänge-Menü bekamen. Leider waren die Portionen eher Kostpröbchen und mindestens 80 % der Reisenden gingen hungrig ins Bett. Dafür war das Frühstück am nächsten Morgen um so reichhaltiger. Da hatten wir aber alle richtig Hunger.



TAG 8
Gestärkt von einem tollen Frühstück in Harstad ging es Richtung Lofoten zunächst nach Svolvaer. In diesem netten Fischerstädtchen kauften wir für das Abendessen ein, denn diesmal sollte es ein typisches Mittagessen geben. 



Einen kleinen Zwischenstopp legten wir in Kabelvag an der Lofotenkathedrale ein. Ich hätte den Stopp so kurz nach der Weiterfahrt nicht gebraucht. Wer Kirchen mag, der war hier sicherlich gut aufgehoben.

 

Dann ging es endlich weiter nach Henningsvaer, einem kleinen idyllischen Fischerdorf, dass auf zwei Inseln, Heimoya und Hellandsoya, liegt. Dort bekamen wir unser Mittagessen und ein wenig Freizeit. Das Dorf ist sehr hübsch mit einem kleinen Minihafen und ein paar netten Geschäften. 



Viel besser war allerdings die Aussicht auf den Lofoten und gehört eindeutig zu meinen Highlights. Wir hatten diesmal Zeit genug, einfach auf den Felsen zu sitzen und diese unglaubliche Aussicht zu genießen. Wir kamen uns vor, als wären wir auf den Malediven. Sogar einen Strand gibt es dort. Es war einfach traumhaft schön.





Überhaupt war die Fahrt an den Lofoten entlang - oder sagt man bei den Lofoten - in den Lofoten ??? - unglaublich abwechslungsreich mit tollen Landschaften. Hier mal eine kleine Auswahl:













Hach, war das schön. Es sah wirklich so aus wie auf den Fotos. Einige davon habe ich aus dem Bus durch die Scheibe fotografiert, die musste ich ein klein wenig aufhellen bzw. bearbeiten, damit sie einigermaßen dem Original gerecht werden. Ich könnte sofort wieder losfahren. An solchen Orten könnte man stundenlang, sogar tagelang verbringen. 

Zufrieden und glücklich ging es am frühen Nachmittag weiter Richtung Fähre. Eigentlich wollten wir mit der Fähre von Solvaer nach Skutvik fahren. Unser Reiseleiter bekam allerdings die Information, dass die Fähre kaputt sei. Kurzerhand wurde umgebucht auf die Fähre im nächsten Ort (den Namen weiß ich leider nicht), die glaube ich nach Bodo fuhr. Unser Busfahrer musste mal wieder Gas geben, damit wir diese um 16 Uhr erreichen sollten. Wir waren auch pünktlich da, nur leider auch viele andere vor uns. Die Fähre war voll. Trotz Zusicherung und Buchung kamen wir nicht mehr mit. So mussten wir eine Stunde bis zur nächsten Fähre warten. Wie gut, dass es in der Nähe einen Supermarkt gab. Verhungern und verdursten würden wir zumindest nicht.

Die Fahrt war schön und ging nur 1 Stunde, dann waren wir schon da. Von dort aus hatten wir es zu unserem Hotel in Fauske nicht mehr so weit. Um 22 Uhr kamen wir dort an und ich beendete diesen wunderschönen Tag mit meiner allabendlichen Routine: Geräte aufladen, Tagebuch schreiben, kurzes Lebenszeichen nach Hause und totmüde ins Bett fallen.


TAG 9
An unserem 9. Reisetag konnten wir endlich mal ein wenig ausschlafen. Es ging erst um 9:00 Uhr los. Dafür wurde an diesem Tag hauptsächlich Strecke gemacht (ca. 530 km) und wir saßen fast nur im Bus. Ich war sehr froh, dass ich die ganze Reise über eine angenehme und liebenswerte Sitznachbarin hatte. Wir haben uns von Anfang an gut verstanden und sicherlich mehrere Stunden Fahrt durchgequatscht. Das machte die Fahrt um einiges angenehmer und kurzweiliger.



Einen kleinen Stopp gab es am Nationalpark Svartisen. Die Steinhäufchen sind eine Unart der Touristen. Wir entdeckten sogar Steinhaufen, auf denen die Reisenden sich jedes Jahr erneut verewigten. Mich wunderte, dass keiner da mal aufräumt. Aber wie man sieht, ist ja Platz genug. Wir waren froh um jeden Meter Auslauf, den wir bekommen konnten. einen netten kleinen Wasserfall bekamen wir auch noch zu sehen.



Ansonsten gab es keine besonderen Vorkommnisse, kein Streit, keine Pannen. Unser Reiseleiter beschwerte sich noch nicht einmal über unsere Überpünktlichkeit (oh ja.... man durfte auch nicht zu früh kommen, sonst könnte man den Busfahrer damit unter Druck setzen).

Im Hotel in Steinkjer angekommen, ging es nach dem Abendessen noch mal zum Supermarkt. Eigentlich eine nette kleine Stadt.



Wer sich übrigens wundert, warum ich immer die Zimmer fotografiere: Für mich ist das ein optischer Break. Bei über 1000 Fotos muss ich dann einfach nur bis zum nächsten Bett suchen, dann habe ich einen Tag zusammen. Denn das ist meistens das letzte Bild. Am Rechner geht das natürlich auch mit dem Datum. Und ich habe so einen kleinen Hotelvergleich. Bei so vielen Betten kann man schon mal schnell den Überblick verlieren.

TAG 10
Der nächste Tag begann früh und auch mit ein wenig Fahrt. Nach ca. 2 1/2 Stunden kamen wir in Trondheim an, einer etwas größeren Stadt in Norwegen mit einem netten Dom, einer hübschen Einkaufsstraße und hübschen alten Lagerhäusern. Natürlich hatten wir keine Zeit für alles. Einige entschieden sich für die Dombesichtigung, die anderen für einen Stadtrundgang mit unserem Reiseleiter. 







Nach ca. 1 Stunde ging es weiter nach Ringebu. Dort konnte man eine alte Stabskirche besichtigen (unten rechts).



Am Ende des Tages kamen wir dann in Lillehammer an, dort wurden 1994 die olympischen Winterspiele ausgetragen. Die Schanze konnte mit einem Lift befahren werden, was auch einige Reisende trotz knappen Zeitmanagement wagten. Das führte natürlich dazu, dass es ganze 15 Minuten später losging, weil die letzten Liftfahrer noch nicht wieder zurück waren. Während Mitreisende und Busfahrer das sehr entspannt zur Kenntnis nahmen, veranlasste das unseren Reiseführer zu einer Standpauke, als wir wieder alle im Bus saßen. Diese Maßregelung wie in der Schulzeit kam bei den Meisten gar nicht gut an. Immerhin war die nächste Station unser Hotel und wir waren gut in der Zeit. Feingefühl war wirklich nicht seine Stärke. 

Im Hotel tranken wir mal wieder Bier. Man darf sich nicht ausrechnen, wie viele Kästen Bier wir für das Geld in Deutschland bekommen hätten. Da wäre der ganze Bus sternhagelvoll gewesen. Wäre sicherlich auch interessant gewesen...



TAG 11
An unserem vorletzten Tag ging es in die norwegische Hauptstadt Oslo. Dort besichtigen wir zuerst die Oper, die sich unglaublich schwer fotografieren ließ, dann gab es einen Stadtrundgang mit unserem Reiseführer und anschließend Freigang. Den nutzten wir auch dafür, unsere letzten norwegischen Kronen loszuwerden, bevor wir Norwegen verlassen würden, um nach Göteborg zu fahren.





Da man auf einer Schanze nicht stehen kann, gab es in Oslo auch direkt die nächste zu besichtigen. Dort konnte man sich von oben abseilen lassen und peste mit einer Wahnsinns Geschwindigkeit nach unten. Wenn wir Zeit gehabt hätten... Beim nächsten Mal.



Am späten Mittag ging es weiter Richtung Göteborg mit einem Zwischenstopp an einer Brücke mit toller Aussicht, der Svinesundsbron, diese und noch eine andere, die nicht so schön ist, liegen zwischen Norwegen und Schweden.

 

Kurzer Halt auch an einem Park mit weiteren alten Zeichnungen von Was-weiß-ich-von-wem. Für uns waren das willkommene Pinkelpausen. Bis alle Blasen mal entleert waren, konnte es auch ein wenig dauern.

Da wir viel mit dem Bus fahren mussten, war Selbstverpflegung angesagt. Währenddessen sammelten wir schon mal das Trinkgeld für Busfahrer und Reiseleiter ein. Was gibt man einem oberlehrerhaften Reiseleiter? Gar nicht so einfach... 

In unserem letzten Hotel gab es kein Abendessen, dafür trafen wir uns auf ein kleines Bierchen.



TAG 12
Der letzte Tag in Göteborg konnten wir gemütlich angehen. Es ging erst um 9 Uhr los. Zum ersten Mal in der ganzen Zeit war das Wetter ungemütlich und man brauchte eine Jacke. Während der Busfahrt durch Göteborg konnte man bereits erahnen, dass es an diesem Tag nicht trocken bleiben würde.

Nach einer amüsanten Busfahrt mit einer liebevollen älteren Reiseleiterin wurden wir erneut freigelassen. Bis 17 h durften wir uns in Göteborg aufhalten, bevor es zum Flughafen ging. Unsere erste Mission war natürlich etwas Essbares. Wir fanden dann auch ein kleines uriges Restaurant mit leckerem Essen. In der Altstadt von Göteborg gab es niedliche Läden, durch die ich nach dem Mittagessen mal ohne meine Mitreisenden stöberte. 
Am Hafen angekommen fing es dann an zu regnen und ich konnte mich ins Einkaufszentrum retten. Verrückterweise wäre jetzt die Gelegenheit zum Shoppen gewesen - doch ich fand einfach nichts.







Um 17 Uhr ging es dann zum Flughafen. Es war eine kleinere Maschine als auf dem Hinflug. Mit gerade mal 80 Plätzen belegten wir als Reisegruppe fast die ganze Maschine. Ich zählte nur 10 fremde Reisende. Die Maschine war auch nicht ausgebucht, so dass einige von uns Alleinreisende alleine in der Reihe saßen. Ein wenig traurig war man schon, dass die Reise nun zu Ende war. An die Mitreisenden hatte man sich auch gewöhnt.

Der Flug schenkte uns zum Abschluss noch eine sagenhafte Aussicht aus dem Fenster. So etwas hatte ich noch nie gesehen (aufgenommen mit meinem Smartphone):



Pünktlich in Düsseldorf angekommen machte sich die Reisegruppe auf die Heimreise. Der Abschied war ein wenig melancholisch. Und Zeit hatte man dafür auch irgendwie nicht viel. Das zog sich wie ein roter Faden durch die ganze Reise. Aber wer weiß, vielleicht trifft man den einen oder anderen auf der nächsten Rundreise wieder. Oder irgendwann auf eigene Faust in Norwegen.

Schön war es. Anstrengend, aber schön. Das was ich sehen wollte, habe ich zu sehen bekommen. Ich habe einen guten Einblick in die skandinavischen Länder bekommen und ein klein wenig mein Herz an Norwegen verloren ... und an die Rentiere. Für mich hat sich die Reise gelohnt.

Ich komme wieder - irgendwann. Vielleicht per Bahn, Schiff oder Wohnmobil. Wer weiß.

Tschüß Skandinavien










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