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Thema: *Gelesen / Gehört*

Die Schattenherren I: Feind von Robert Corvus

Dies ist die Geschichte von Modranel, dem kein Preis zu hoch war, um zu werden, was er ist: der mächtigste Magier der Menschheit.
Dies ist auch die Geschichte von Lióla und Ajina, den ungleichen Schwestern, der Dunkelruferin, die der Macht der Schatten verfallen ist, und der Adepta, die im Dienst der Mondmutter Kranke heilt.
Es ist eine Geschichte aus dem Silberkrieg, in dem sich die freien Reiche gegen die Schatten stellen, die sich über die Welt legen.
Vor allem aber ist es die Geschichte von Helion, dem Paladin der Mondschwerter, der dem letzten Wunsch seines verstorbenen Meisters folgt. Er, der einfache Silberträger, ist der entschlossenste Feind der unsterblichen Schattenherren. Kann er gegen Lisanne bestehen, die Schattenherzogin, in der Schönheit und Grausamkeit ihre Vollendung finden? (Amazon)

Editierte Ausgabe 2018 nur als E-Book,  397 Seiten, Kindle-Edition, LINK zu Amazon

1. Teil der Schattenherren-Trilogie



Düstere Welt mit noch düsteren Figuren

 

In der Welt von Eloy herrscht ein ungleicher Krieg zwischen den mächtigen Schattenherren, die die Welt beherrschen und in Düsterheit versenken möchten und den Menschen, die verzweifelt und eher hoffnungslos um ihre Freiheit und den letzten Silberminen kämpfen.

Helion, ein Paladin der Mondschwerter, ist der heimliche Held dieser Geschichte mit Ecken und Kanten. Er versucht gemeinsam mit dem Magier Modranel, die Schattenherzogin Lisanna zu vernichten, die mit unglaublicher Grausamkeit und Härte regiert. Parallel dazu versucht Modranels Tochter Lióla im Dienste der Schattenherren Anerkennung zu erhalten und aufzusteigen.

 

Wir reden hier von Dark-Fantasy, es gibt kein echtes Gut, dafür umso mehr Böses, es gibt keine Happy Ends, dafür eine Menge Todesopfer und sehr düstere und zum Teil gewalttätige Szenen. Wer das mag, ist hier gut aufgehoben.

Die Hauptfiguren haben viele interessante Facetten, die eine oder andere Nebenfigur bleibt etwas blass, aber da man ohnehin nie weiß, wie lange die Figur überlebt, war das für mich nicht weiter schlimm. Echte Helden gibt es nicht, auch wenn Helion anfänglich einer sein könnte. Die dunkle Seite dagegen übt eine starke Faszination auf den Leser aus. Während Lióla sich zu einer starken Persönlichkeit entwickelt, bleibt Lisanna, die wunderschöne grausame Herrin, in diesem Teil noch sehr eindimensional und unscheinbar.

Die Kämpfe sind durchaus spannend beschrieben, auch wenn einem das Gefühl der totalen Hoffnungslosigkeit überfällt. Einige unvorhersehbare Wendungen und viele düstere Szenen bringen eine gewissen Spannung rein.

Definitiv ist das kein Wohlfühlbuch und würde sicherlich Depressionen und Weltuntergangsstimmungen verstärken. Mir persönlich hat der Auftakt bzw. die Vorgeschichte gut gefallen und mich neugierig auf den Folgeband Knecht gemacht.



Nickname 13.06.2018, 00.00 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Palace of Glass 1: Die Wächterin von C.E. Bernard

London wäre ein Ort, an dem Tugend und Angst regieren. Ein hartes Gesetz untersagt den Menschen, die Haut eines anderen zu berühren. Denn die Bevölkerung und insbesondere das Königshaus fürchten die Gefahr, die von den sogenannten Magdalenen ausgeht – Menschen, deren Gabe es ist, die Gedanken anderer durch Berührung zu manipulieren. Die junge Rea zeigt so wenig Haut wie möglich. Einzig während illegaler Faustkämpfe streift sie ihre Handschuhe ab. Doch wie kommt es, dass die zierliche Kämpferin ihre körperlich überlegenen Gegner stets besiegt? Und warum entführt sie der britische Geheimdienst? Bald erfährt Rea, dass sie das Leben des Kronprinzen beschützen muss. Doch am Hof ahnt niemand, dass sie selbst sein größter Feind ist.
Eine Kämpferin, die eine verbotene Gabe besitzt. Ein Prinz, dessen Leben auf dem Spiel steht. Ein gläserner Palast, in dem eine tödliche Intrige gesponnen wird. (Klappentext)
416 Seiten, Penhaligon Verlag, LINK zu Amazon

1. Teil der Palace of Glass Trilogie


Spannender und düstere Auftakt einer Trilogie

Auftakt der Palace of Glass-Trilogie. London 2054. Berührungen anderer Menschen sind verboten aus Angst vor den sogenannten Magdalenen, die bei Berührung Gedanken lesen und manipulieren können.  Dieses Szenario kommt sehr bedrückend und düster daher, die Angst ist allgegenwärtig, entweder vor den Magdalenen oder vor der Aufdeckung, denn die Magdalenen leben unentdeckt und verheimlichen ihre besondere Gabe. C.E. Bernard versteht es sehr gut, diese besondere Atmosphäre zu vermitteln und lässt den Leser regelrecht erschauern. Alleine die Vorstellung, niemanden mehr berühren zu dürfen, ist schon schrecklich. Auch die Welt, in der die Menschen leben, ist somit düster und hat eher eine mittelalterliche Atmosphäre in einer modernen Zeit.

Rea, eine Magdalena, die heimlich Faustkämpfe austrägt, um zumindest dort die Sucht nach Berührung nachgeben zu können, ist die Heldin dieser Trilogie. Ihr Hobby bleibt nicht lange unentdeckt. Der britische Geheimdienst entführt sie regelrecht, um den Kronprinzen zu beschützen, nicht wissend, dass sie sich eine Magdalena ins Haus holen, die der König vehement bekämpfen will. Die um Rea und den Prinzen gesponnenen Intrigen sind spannend und rasant erzählt. Man weiß als Leser nie, wer dahinter steckt, wen man trauen kann und wem nicht. Bis zum Schluss sind die Karten verdeckt. Die Charaktere sind spannend und facettenreich beschrieben, die Sympathien und auch Verdächtigungen wechseln ständig, es gibt actionreiche Szenen, bei denen man mitfiebert, aber auch viele Szenen, wo Rea Gefahr läuft, erkannt zu werden.

Das Ende des ersten Teils ist spannend erzählt und durchaus schlüssig, auch wenn noch einige Fragen offen bleiben, die vermutlich in den nächsten beiden Bänden beantwortet werden.

Ein außergewöhnliches Jugendbuch mit einem ganz besonderem Setting und einer eher ungewöhnlichen Liebesgeschichte.



Nickname 12.06.2018, 00.00 | (0/0) Kommentare | PL

Die Stille meiner Worte von Ava Reed

Hannahs Worte sind verstummt -in der Nacht, in der Ihre Zwillingsschwester Izzy ums Leben kam. Wer soll nun ihre Gedanken weiterdenken, ihre Sätze beenden und ihr Lachen vervollständigen? Niemand kann das. Hannah ist in der Stille ihrer Worte gefangen. Bis sie Levi trifft, der mit aller Macht versucht herauszufinden, wer sie wirklich ist … (Klappentext)

Ueberreuter-Verlag, 320 Seiten, LINK zu Amazon



Die Autorin beschreibt mit sehr einfühlsamen Worten und leisen Gesten die Gefühlswelt von Hannah, die tief in einem Trauma steckt und sich von niemanden verstanden fühlt. Auch die Eltern sind mit der Situation so überfordert, dass sie zu einer krassen Maßnahme greifen und sie weggeben. Erst mit Levi, den sie im Camp kennenlernt, beginnt sie sich wieder langsam den Weg zurück ins Leben zu kämpfen. 

Es sind die kleinen Gesten, die schönen Worte, die besondere Stimmung im Camp, die mich in diesem Buch berührt haben. Besonders die Briefe an Izzy, die Hannah nach dem Schreiben verbrennt, machen deutlich, in welcher Gefühlswelt sie gefangen ist. Stück für Stück begleitet man Hannah bei ihrem Weg und dazu parallel Levi, der nur vermuten kann, was wirklich in Hannah vorgeht. Die Art und Weise, wie Levi mit Hannah umgeht, ist sehr feinfühlig, respektvoll und daher berührend. Da hatte ich den einen oder anderen Kloß im Hals.

Die Sprüche jeweils am Anfang der recht kurzen Kapitel sind gut gewählt und umfassen in knappen Worten den Grundkern des jeweiligen Kapitels. Vielleicht wäre da weniger etwas mehr gewesen. Den einen oder anderen wird es unter Umständen erschlagen, zumal auch inhaltlich immer wieder verschiedene Lebensweisheiten offenbart werden. Aber sie sind ja wahr und passen zu den einzelnen Figuren in diesem Roman.

Ein sehr leiser Roman, so leise wie Hannah, so einfühlsam wie Levi und so wunderbar wie das ganze liebevoll gestaltete Buch.



Nickname 02.06.2018, 00.00 | (0/0) Kommentare | PL

Glaube Liebe Tod von Peter Gallert & Jörg A. Reiter

Ein Polizist steht auf der Duisburger Rheinbrücke und will sich in die Tiefe stürzen. Der Seelsorger Martin Bauer soll ihn daran hindern. Er klettert einfach über das Geländer und springt selbst. Überrumpelt springt der Beamte hinterher, um Bauer zu retten. Gemeinsam können sie sich aus dem Wasser ziehen. Bauer hat hoch gepokert, aber gewonnen. Doch wenige Stunden später ist der Polizist tot, nach einem Sturz vom Deck eines Parkhauses. Ein klarer Fall von Selbstmord, gegen den Beamten wurde wegen Korruption ermittelt. Bauer weiß nicht, was er glauben soll. Und er sieht die Verzweiflung in der Familie des Toten. Auf der Suche nach der Wahrheit setzt er alles aufs Spiel ... (Klappentext)

Ullstein-Verlag, 416 Seiten, LINK zu Amazon


Glaube Liebe Tod ist der erste Teil mit dem Polizeiseelsorger Martin Bauer und der Kommissarin Verena Dohr. Die Geschichte beginnt rasant und bleibt es auch. Der sympathische unkonventionelle Martin Bauer gerät nicht nur mit seinem Gewissen und Gott ständig in Konflikt, sondern auch mit der hiesigen Polizei, denn er hört hauptsächlich auf sein Herz und nicht auf irgendwelche Anweisungen. Das bringt die Kommissarin Verena Dohr ebenfalls in Schwierigkeiten. Und auch seine eigene Familie hat unter seinen spontanen Reaktionen zu leiden.
Doch allen Schwierigkeiten zum Trotz wird der erste Fall dieses ungewöhnlichen Teams natürlich aufgeklärt und beinhaltet ein paar spannende Wendungen und Wahrheiten.
Die unterschiedlichen Erzählperspektiven, besonders die von einem Seelsorger, sowie die sehr liebevoll und lebendig geschriebenen Figuren machen Spaß zu lesen und man fiebert mit den Protagonisten mit. Auch die kleinen Nebenschauplätze sind geschickt mit dem eigentlichen Kriminalfall verwoben. Sehr kurzweilige spannende Lektüre. Der 2. Teil Tiefer denn die Hölle liegt bereits parat.





Nickname 13.05.2018, 00.00 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Das Imago-Projekt von Robert Corvus

Für die letzten freien Menschen, die in einem Schwarm aus 28 Großraumschiffen durch die Galaxis ziehen, ist die zerstörte Erde nur noch eine ferne Erinnerung. Verfolgt von gnadenlosen Feinden stoßen sie auf eine Intelligenz, die fremder nicht sein könnte: Eine gigantische Sphäre umhüllt einen Stern. Wer immer dort lebt – er beweist schon beim Erstkontakt, dass er der Menschheit weit überlegen ist. Aber die Kommunikation mit der Sphäre gestaltet sich schwierig und Hinweise auf ein sogenanntes Imago-Projekt deuten auf eine verstörende Wahrheit hin. Das Militär rüstet zum Kampf gegen die Sphäre, doch Kara Jeskon glaubt fest an ihren Traum, dass es jenseits der Konflikte auch die Chance auf Frieden gibt. Kann sie den Kontakt zur geheimnisvollen Sphäre nutzen, um der Menschheit eine Zukunft zu eröffnen, die sie mit sich selbst und dem Universum versöhnt? (Klappentext)

Piper-Verlag, 496 Seiten, LINK zu Amazon



Das Imago-Projekt - eine literarische Reise durch die Zukunft und der Philosophie

Das Imago-Projekt ist der Fortsetzungsroman von Feuer der Leere, kann aber durchaus auch separat gelesen werden. Es empfiehlt sich allerdings, auch den 1. Teil zu lesen, um bereits ein Gefühl für den Schwarm und die handelnden Personen und unterschiedlichen Raumschiffe zu erhalten. Ich brauchte beim ersten Teil eine Zeit, bis ich mich gedanklich eingelesen hatte. Beim 2. Teil war ich ziemlich schnell in der Geschichte und der jeweiligen Lebensform drin. Die technischen und physikalischen Erklärungen stellten mich aber auch hier vor die eine oder andere Herausforderung.

Der Schwarm, eine Kooperation zwischen vielen verschiedenen Raumschiffen mit sehr unterschiedlichen Lebensweisen, Lebensphilosophien und Eigenarten, so wie in unserer heutigen Welt auch schon, ist auf der Suche nach alten Kolonien und somit nach Überlebenden der alten Menschheit. Neben der bereits in Feuer der Leere vorkommenden MARLIN, die eine eher diplomatische Lebensweise vertritt, der SQUID, ein lebendiges Raumschiff, dass Mutter genannt wird und Menschen bei sich leben lässt sowie die ESOX, deren Focus auf künstliche Intelligenz und den Zentralcomputer setzt, lernen wir auch die PAYARA kennen, die als militärische Einheit eher auf Kampf und Sieg aus ist.

Nach einer ungemütlichen Reise durch den Rotraum trifft der Schwarm auf eine gigantische Sphäre, die eine ganze Sonne umhüllt und somit viele Rätsel aufgibt. Ebenfalls unklar ist, ob sie dem Schwarm freundlich oder feindlich aufgestellt ist. Die erste Kontaktaufnahme und die Entscheidung, wie man damit umgeht und wer welche Interessen vertritt, löst schon Konflikte innerhalb des Schwarms aus, da nicht alle Großraumschiffe an einer friedlichen Koexistenz glauben. Dabei entsteht ein großes Konfliktpotenzial.

Als ob das nicht genug Spannung wäre, versucht eine rebellische Gruppe von der ESOX, einer Lebensform, die sich stark an künstlicher Intelligenz orientiert und sich am liebsten ganz mit dem Zentralrechner ihres Raumschiffes verbinden würden, ihre alten Freiheiten wieder zu erobern, die ihr der Schwarm vor einiger Zeit gewalttätig genommen hat. Kara, die Hauptprotagonistin, steckt als Diplomatin mittendrin in den Geschehnissen und versucht, die Auseinandersetzung diplomatisch ohne Gewalt zu lösen. Ein schwieriges Unterfangen.

Neben den spannenden Ereignissen tauchen auch immer wieder philosophische Fragen auf, die diesen Roman besonders lesenswert machen und zum Nachdenken und Reflektieren anregen. 

Ist es moralisch vertretbar, einer anderen Lebensform seine eigene aufzuzwingen? Wie weit kann Technik gehen und ab wann verliert der Mensch das Mensch sein? Was genau macht den Menschen aus? Könnte künstliche Intelligenz die Menschen ganz ausschalten und überflüssig machen?

Auch hier treffen wir auf Vorurteile, vorschnelle Entscheidungen, Intoleranz und Ignoranz sowie Fanatismus. Und auch hier kann der Fehler eines Einzelnen die ganze Gattung Mensch ausrotten oder in Gefahr bringen.

Besonders gut gefallen haben mir die einzelnen Rückblenden, hier benannt als sogenannte Speicherbilder, die im Laufe des Buches immer mehr Aufschluss darüber geben, was die Sphäre sein könnte. Auch die Darstellung der einzelnen Figuren, die so unterschiedlich handeln und doch verständlich aufgrund ihres Backgrounds und ihrer Lebenseinstellung haben mich mitgenommen und mich bewusst werden lassen, dass man doch mal öfters seine Perspektive wechseln sollte. Wie schon die alten Indianer sagten: " Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist".

Ein spannendes Buch mit facettenreichen Figuren und unterschiedlichen Perspektiven.  Eine literarische Reise nicht nur in die ferne Zukunft, sondern auch durch die Philosophie und den eigenen Wertvorstellungen.


Ich dufte dieses Buch in eine Leserunde mit dem Autor Robert Corvus lesen, so dass ich mich aufgrund der vielen spannenden Diskussionen wesentlich intensiver mit dem Buch auseinandersetzen konnte. Das war eine absolute Bereicherung in meiner Lese-Vita.


 


Nickname 07.05.2018, 11.43 | (0/0) Kommentare | PL

Das dunkle Herz von Lukas Hainer


Während einer Gedenkfeier für ihren verschwundenen Bruder wird Anna schwarz vor Augen, und sie erwacht am Rande einer verlassenen Wüstenstadt. Als alle Versuche scheitern, Kontakt zu ihren Eltern aufzunehmen, sucht sie in der Stadt nach Antworten und stößt auf weitere Ankömmlinge, unter ihnen der junge Nick. Bald entbrennt ein Kampf ums Überleben, sowohl mit ihrer unwirtlichen Umgebung als auch unter den Gestrandeten selbst. Während die Spannungen eskalieren und es sogar zu Toten kommt, findet Anna plötzlich Hinweise auf ihren Bruder – ist es möglich, dass er noch lebt? Als sie der Spur folgen, stoßen Nick und sie auf ein furchtbares Geheimnis, das dieser Ort und seine Bewohner hüten: das dunkle Herz. Und plötzlich geht es um weit mehr als nur um ihr eigenes Schicksal. 

384 Seiten, ivi-Verlag, LINK zu Amazon





Das dunkle Herz ist ein Fantasy-Jugendroman und soll eine Trilogie werden. Leider wird das vom Verlag nicht kommuniziert, was für viele Leser aber durchaus wichtig zu wissen ist.

Die Geschichte dreht sich um Anna, aus deren Perspektive hauptsächlich erzählt wird, die vor 10 Jahren ihren großen Bruder verloren hat. Beim 10-jährigen Gedächtnistag in der Kirche wird Anna plötzlich in eine gänzlich andere Welt mitten in der Wüste katapultiert. Wie ihr ergeht es so noch anderen Menschen unterschiedlicher Nationalität und Alter, die sich nun in diesem Ausnahmezustand und in einer sehr beklemmenden Atmosphäre zusammenraufen müssen. Interessant dabei ist zu lesen, wie unterschiedlich die Protagonisten in dieser Situation reagieren.

Die Geschichte ist rasant und spannend erzählt in einem flüssigen, teilweise nüchternen Schreibstil, der leider die meisten Figuren, besonders die Erwachsenen, ein wenig oberflächlich und farblos wirken lässt. Da hätte ich mir ein wenig mehr Tiefe gewünscht.

Die Rätsel um diesen geheimnisvollen Ort und das dunkle Herz, die vielen Fragen, die aufkommen und die Entwicklung der Geschichte sind sehr spannend erzählt und nimmt zum Ende hin richtig Fahrt auf.

Einige Fäden werden leider nicht weiterverfolgt und es bleiben Fragen offen, die sich hoffentlich im Folgeband klären werden.

Das Ende ist für mich für eine Trilogie sehr gut umgesetzt, die eigentliche Geschichte ist in sich abgeschlossen, aber man erfährt als Leser, dass es irgendwie in anderer Form weitergeht. Das macht neugierig auf den Folgeband.

Das dunkle Herz ist für mich ein solider 1. Teil mit Entwicklungspotenzial, das nicht nur für Jugendliche lesenswert ist.


Nickname 16.04.2018, 14.22 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Schlangengrab von Robert Corvus und Bernhard Hennen

5. Teil der Phileasson-Saga
Im Perlenmeer leben die legendären Seeschlangen, die jeder vernünftige Kapitän meidet und das Weite sucht. Nicht jedoch die Recken der beiden Ottajaskos, die es genau auf diese stolzen und starken Meeresbewohner beziehungsweise deren Reißzähne abgesehen haben. So ziehen die beiden Wettstreiter Asleif Phileasson und Beorn der Blender los, um ihre 5. Aufgabe zu erledigen, die sie ein Stück näher zum Titel "König der Meere" bringen wird. Wer wird diesmal den Punkt holen?

Klappentext:
Die Seeschlangen des Perlenmeers zerdrücken die Planken stolzer Segler und ziehen kühne Recken in ein nasses Grab. So sagt man. Ungeheuer so schrecklich, dass ihr Zorn dereinst die Welt entzweireißen wird. So sagt man. In ihrem fünften Abenteuer müssen sich Asleif Phileasson und Beorn der Blender ausgerechnet einer solchen Bestie stellen. Nur wem es gelingt, einen Reißzahn aus dem Maul einer Seeschlange zu stehlen, hat die nächste Prüfung bestanden und darf sich weiterhin Hoffnung auf den Titel »König der Meere« machen. Doch alleine schon die Fahrt ins Perlenmeer wird für die beiden Kontrahenten zu einer tödlichen Herausforderung.

624 Seiten, Heyne-Verlag, LINK zu Amazon

Internetseite zu der Phileasson-Saga: LINK  



Schlangengrab ist der 5. Teil der Phileasson-Saga mit der Aufgabe, einen intakten Reißzahn einer Seeschlange zu ergattern. Wie auch in den Abenteuern davor, gehen die beiden Wettstreiter Asleif Phileasson und Beorn der Blender die Aufgabe gänzlich unterschiedlich an und der Wettstreit zwischen den beiden Kontrahenten auf dem Perlenmeer und in Maraskan ist stark spürbar.

In diesem Band erfahren wir im Prolog auch, wie Beorn zum Beorn der Blender geworden ist und wie er sein Augenlicht verlor. Dadurch gewinnt dieser Charakter entscheidend an Tiefe und offenbart neue Facetten. Für mich ist das mit dem 1. Prolog in Nordwärts einer der stärksten Prologe.

Das ist überhaupt die Stärke dieser Serie, dass die sehr unterschiedlichen Charaktere sich entwickeln, allerdings auch nicht immer zur besseren Seite. Aber gerade das ist das Spannende daran. Man weiß vorher nie, welchen Weg ein Charakter geht. Auch die Traviageweihte Shaya durchlebt in diesem Abenteuer ein Wechselbad der Gefühle und erkennt neue Seiten an sich und an den Menschen. Einige Figuren können auftrumpfen, andere laufen eher mit und erhalten vermutlich in einem anderen Band ihren großen Auftritt. Ich kann nur mit ganz wenigen Charakteren nichts anfangen. Einer meiner Lieblinge, die Waldfrau Irulla, hat diesmal auch ein paar schöne Auftritte und ich habe gelernt, dass Spinne noch lange nicht Spinne ist. Und Zidaine, das wandelnde Pulverfass, ist ohnehin immer für Überraschungen gut. Die sehr liebevoll gezeichneten Figuren werden von Band zu Band vielschichtiger und farbiger. Das gefällt mir ausgesprochen gut und ich freue mich immer wieder auf neu eingeführte Figuren.

Das Abenteuer ist aktionsreich und spannend beschrieben, es gibt Kämpfe, Auseinandersetzungen, wichtige Gespräche und seltsame Leute, mit denen man auskommen muss. Maraskan und seine Bewohner werden farbenprächtig beschrieben. Sowohl in der Stadt also auch im angrenzenden Wald schaffen die Autoren eine dichte Atmosphäre.

Ein paar Fragen bleiben offen, bei denen der Leser hoffen muss, dass diese in einer der nächsten Bände aufgegriffen werden. Und die Seeschlangen wurden für meinen Geschmack ein wenig kurz abgehandelt.

Schlangengrab ist eine starke Fortsetzung, das hohe Niveau wird konstant gehalten. Und wie im wahren Leben ist auch hier für jeden etwas dabei und teilt oftmals die Leser in zwei Ottajakso, das wohl.

Der 6. Teil, Totenmeer erscheint voraussichtlich im September 2018. Das fundamentale Abenteuer geht weiter. Es kann eben nur einen König der Meere geben.



  • Nordwärts

    Band 1

    *5

    LINK

  • Himmelsturm

    Band 2

    *4-5

    LINK

  • Die Wölfin

    Band 3

    *4-5

    LINK

  • Silberflamme

    Band 4

    *4

    LINK

  • Schlangengrab

    Band 5

    *4-5

    LINK

  • Totenmeer

    Band 6

    erscheint September 2018


Nickname 10.04.2018, 15.09 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Rendevous im Café de Flore

Zwei Frauen, zwei Liebesgeschichten, ein Paris

Marlène fährt mit ihrem Mann zu ihrem 10. Hochzeitstag nach Paris, der Stadt ihrer Träume und Vergangenheit. Im Musée d'Orsay entdeckt sie ein Bild von einer Frau, die ihr zum verwechseln ähnlich sieht. Sie begibt sich auf die Suche nach der geheimnisvollen Doppelgängerin aus den 30er Jahren und stößt auf Vianne Renard, die 1928 in Paris ein neues Leben aufbaut und ihrer großen Liebe begegnet.

432 Seiten, Aufbau-Taschenbuch, LINK zu Amazon



Aus wechselnder Perspektive wird das Leben der beiden Frauen Marlène und Vianne erzählt. Beim Recherchieren muss Marlène ihr eigenes Leben und die Beziehung zu ihrem Mann neu überdenken während Vianne zunächst das kulturelle Leben in Paris genießt, bis der 2. Weltkrieg beginnt und sich alles verändert. 

Die wechselnde Erzählperspektive gefiel mir ganz gut, da man dem Leben von Vianne Stück für Stück näher kam und gleichzeitig die Entwicklung von Marlène mitverfolgen konnte. Der Erzählstil ist sehr flüssig und lebhaft. Vianne kam mir als Person ein wenig näher als Marlène, da ihre Stärke und Leidenschaft bei mir mehr auslöste. Vielleicht liegt es daran, dass Marlène in der ICH-Perspektive erzählte und ich mich mit dieser Frau nicht so ganz identifizieren konnte.

Die Beschreibungen von Paris heute sowie damals empfand ich als sehr atmosphärisch und pulsierend. Ich konnte mir die Örtlichkeiten gut vorstellen. 

Für mich ist das in erster Linie eine Liebesgeschichte, auch wenn ein wenig an den Kriegsgeschehen gekratzt wird und man einen kurzen Abriss der Geschichte erhält. Eine unterhaltsame kurzweilige Lektüre. 


Nickname 26.03.2018, 00.00 | (0/0) Kommentare | PL

Ernsthaft lustig mit Terry Pratchett

Terry Pratchett, der Erschaffer der Scheibenwelt, ist bekannt für seine signifikanten Sätze und coolen Sprüche. Da liegt es Nahe, seine besten Sprüche in einem Sammelband zusammenzufassen.

Piper-Verlag, 124 Seiten, LINK zu Amazon



Ich liebe Terry Pratchett und seine Bücher über die Scheibenwelt. Ich selbst besitze eine eher lose Blattsammlung seiner brillianten und lustigen Sprüche und Sätze. Deshalb habe ich auch nicht lange überlegt und bei diesem Buch zugegriffen. Leider wurde ich als Fan enttäuscht. 124 Seiten sind schon mager genug. Auf jeder Seite findet sich nur ein Zitat. Ob es wirklich die besten Sätze von Pratchett sind, ist sicherlich Geschmackssache, aber für den Preis hätte ich schon ein wenig mehr erwartet. Einzig die tollen Zeichnungen von Kate Oleska haben mich ein wenig versöhnt.
Immerhin hat man in diesem Büchlein genug Platz für eigene Notizen.
Fazit: Kann man kaufen, muss aber nicht. Im Internet findet man wesentlich bessere Sammlungen.

Nickname 25.03.2018, 15.47 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Cold Case - Spurlos von Sandra Hauser

Seit Hannahs neuer Vorgesetzter krank ist, ist nicht viel los im Rüsselsheimer Polizeipräsidium. Deshalb beschäftigen sich die Kommissarin und ihre Kollegen mit einem Cold Case, einem alten Fall, der nie gelöst wurde. Ein Junge ist auf dem Weg zur Schule spurlos verschwunden, einziges Indiz: sein auf einem Spielplatz zurückgelassenes T-Shirt. Dank neuester Technik können die Polizisten nun die DNA-Spuren auf dem Kleidungsstück genauer unter die Lupe nehmen. Sie machen eine erstaunliche Entdeckung. Und plötzlich sind ihre Ermittlungen aktueller und gefährlicher denn je …
Der 2. Fall von Hannah Bindhoffer

312 Seiten, Midnight Verlag, LINK zu Amazon



Cold Case ist der 2. Fall der Hannah Bindhoffer.. Da im Revier Langeweile aufkommt, beschäftigt sie sich mit einem alten Vermisstenfall. Die Herangehensweise fand ich sehr spannend beschrieben. Und immer wieder werden Fäden zu einem aktuellen Fall, der augenscheinlich gar nichts mit dem alten Fall zu tun hat, geschickt verwoben. Diesmal bekommt Hannah für mich auch mehr Tiefe, als Figur kann sie sich hier weiterentwickeln und man erfährt mehr über die private Person. Deshalb sollte man den 1. Band gelesen haben, um die Entwicklung nachvollziehen zu können. Aber natürlich ist der Fall in sich abgeschlossen und kann auch separat gelesen werden.

Die zwei Erzählperspektiven, einmal aus der Sicht der Ermittler und einmal aus der Sicht des Opfers, sind sehr spannend ausgearbeitet. Die Autorin spielt da auch viel mit der Phantasie des Lesers, was mir persönlich immer gut gefällt. Man muss nicht jeden Schrecken immer bis ins Detail lesen, um die Tragweite der Tragödie begreifen zu können. Zum Schluss sind die vielen Zufälle für mich nicht ganz so realistisch, stören mich aber beim Lesen nicht weiter. Dafür gab es einige überraschende Momente, mit denen ich so nicht gerechnet hätte.

Ich habe für mich hier eine neue interessante Krimiserie entdeckt und bin schon gespannt auf den 3. Fall.




Nickname 24.03.2018, 10.00 | (4/1) Kommentare (RSS) | PL

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