Ausgewählter Beitrag

Altes Land von Dörte Hansen

Das »Polackenkind« ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen – und wo Annes Mann eine andere liebt.

Mit scharfem Blick und trockenem Witz erzählt Dörte Hansen von zwei Einzelgängerinnen, die überraschend finden, was sie nie gesucht haben: eine Familie. [randomhouse]

Knaus Verlag, 304 Seiten, ISBN 978-3328100126




Ein Heimatroman über die Flüchtlinge aus der Nachkriegszeit, dem Leben im Alten Land und familiäre Beziehungsschwierigkeiten.

Dörte Hansen erzählt mit ihrer schnörkellosen, klaren und direkten Art die Geschichte des Flüchtlingskind Vera, die auf einem Hof im Alten Land gestrandet ist und dort viele Jahre später eine andere Art von "Flüchtling" aufnimmt, nämlich ihre Nichte Eva, die ihr Leben neu ordnen muss. Das Leben auf dem Land und die eigenwillige Charaktere werden sehr humorvoll und liebevoll skizziert. Man steht förmlich zwischen den Apfelbäumen und beobachtet die Bauern. Auch das alte Haus, in dem Vera wohnt und ihre Nichte aufnimmt, hat schon viel gesehen und gehört und knarzt sich förmlich in das Herz des Lesers. Ein schönes Buch, das die Thematiken zwar nur anreißt, aber trotzdem erreicht, dass man mal über Toleranz, Akzeptanz und miteinander Leben nachdenkt.

Schade finde ich nur, dass die plattdeutschen Sätze als Fußnote für Nicht-Dialektiker nicht übersetzt wurden. Das wäre sicherlich hilfreich für den Leser gewesen.


Nickname 25.03.2019, 13.59

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Kommentare zu diesem Beitrag

3. von Sabienes

"Altes Land" gehört bislang zu den schönsten Romanen, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Es stimmt zwar, dass manche Thematiken nur angerissen werden. Dennoch hatte ich die steingesichtige Protagonistin direkt vor Augen. Ich kenne solche Szenarien vom Erzählen. Die Flüchtlinge, die nach dem Krieg nach Deutschland kamen, waren nirgends gerne gesehen, auch nicht auf dem Land. Obwohl es dort Platz, Arbeit und Nahrungsmittel gegeben hatte. Mir ist ein ähnlicher Fall, wie in diesem Buch geschildert, aus dem oberbayerischen Inntal bekannt. Und blöderweise war die betreffende junge Frau auch noch bildhübsch, so das sie vom ganzen Dorf geschnitten wurde.
LG
Sabienes

vom 27.03.2019, 14.48
Antwort von Nickname:

Ich hatte auch direkt eine konkrete Vorstellung. Letztendlich ist meine Großmutter auch ein Flüchtling und kam aus dem jetzigen Polen.
2. von Edith T.

Das könnte mich auch interessieren. Ein guter Hinweis, danke!
LG, Edith

vom 25.03.2019, 18.14
1. von Steineflora

Das muss ich auch unbedingt noch lesen ...

vom 25.03.2019, 16.46


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