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Histamin-Intoleranz

Unabhängig voneinander vermuten zwei Ärzte von mir, dass ich an keiner Allergie leide, sondern an einer Histamin-Unverträglichkeit.


Nachdem ich mich damit näher befasst habe und seit ca. 2 Wochen danach esse, geht es mir tatsächlich körperlich besser. Meine Allergie hat sich zwar noch nicht wesentlich gebessert, aber ich denke, das dauert auch ein wenig. Dafür sind meine Magen-Darm-Beschwerden weniger geworden und ich hatte bis jetzt keinen Migräne-Anfall mehr.


Zur Info:


Histamin ist ein so genanntes biogenes Amin, welches bei der Zersetzung von Eiweiß bzw. Abspaltung von Kohlendioxid entsteht und kommt in fast allen Nahrungsmitteln vor. Außerdem ist es in den Körperzellen gespeichert und kann dort jederzeit freigesetzt werden. Normalerweise werden durch ein Enzym im Dünndarm (DAO=Diaminoxidase) das Histamin abgebaut. Bei einer Unverträglichkeit wird nicht genügend DAO freigesetzt, so dass das überschüssige und nicht abgebaute Histamin Probleme bereiten kann.


Diese können sein:
  • Beschwerden im Magen-Darm-Trakt wie Durchfall, weicher Stuhl, Bauschschmerzen, Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen, Blähungen u. a.
  • Kopfschmerzen, leichte bis mittelschwere, Migräneattacken
  • Hautbeschwerden wie Hautausschlag, atopisches Ekzem, Hautrötungen (auch im Gesicht), Nesselsucht
  • Atembeschwerden wie Asthma, Husten, häufiges Räuspern, laufende Nase, chronischer Schnupfen
  • Niedriger Blutdruck, dadurch bedingt Schwindelgefühl, Herzrasen, Schweißausbrüche, Übelkeit, Schwächegefühl, Müdigkeit
  • Herzrythmusstörungen
  • Regelbeschwerden
  • Sonstige Beschwerden wie Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen, Nervösität, Schlafstörungen, innere Unruhe, Abgeschlagenheit und Erschöpfungszustände



Liegen keine organischen Schäden vor und man hat einer dieser Beschwerden, sollte man durchaus darüber nachdenken, ob nicht eine Histamin-Unverträglichkeit für diese Beschwerden verantwortlich ist. Denn Histamin kommt in vielen Lebensmitteln vor und bei einer "Überdosis" können die o. g. Beschwerden auftreten. Natürlich kann jeder noch individuell eine gewisse Menge von Histamin abbauen.


Histamin ist in folgenden Lebensmitteln enthalten:
  • Rotwein
  • Hefeweizen und andere alkoholische Getränke
  • geräuchertes Fleisch wie Salami, Schinken
  • eingelegte und konservierte Lebensmittel
  • Fischprodukte, besonders Fischkonserven wie Tunfisch
  • Meeresfrüchte
  • gereifte Käsesorten
  • Sauerkraut
  • Tomaten, besonders Tomatenmark
  • Bohnen und Hülsenfrüchte
  • Sojaprodukte
  • Nüsse
  • hefehaltige Speisen (Backwaren, Fertiggerichte)
  • diverse Medikamente wie Acetylcytein, Codein oder MCP-Tropfen)

Einige Lebensmittel haben zwar kein eigenes oder wenig Histamin, setzen aber das körpereigene Histamin frei:
  • Zitrusfrüchte
  • Fruchtsäfte
  • Nüsse
  • Erdbeeren, Himbeeren
  • Kakao und Schokolade
  • evtl. Zusatzstoffe wie Glutamat, Benzoate, Farbstoffe


Und dann gibt es noch Lebensmittel, die das Enzym DAO blockieren:
  • Alkohol
  • Kakao
  • schwarzer und grüner Tee
  • Energy Drinks

Fast-Food und Kantinenessen sollte man ebenso meiden. Auch einige Fertiggerichte sollten lieber im Supermarkt bleiben. Frische ist das A und O bei einer Histamin-Intoleranz.


Informative Lektüre zu diesem Thema gibt es von Thilo Schleip Histamin-Intoleranz



Mittlerweile gibt es einen Bluttest, bei dem man die Histamin-Intoleranz nachweisen kann. Allerdings übernimmt die Krankenkasse noch nicht die Kosten von ca. 19,00 Euro. Man kann aber recht schnell für sich herausfinden, ob man eine Intoleranz hat, indem man für ca. 4 Wochen das Histamin nach Möglichkeit vermeidet. Bei mir haben sich schon nach der ersten Woche Verbesserungen gezeigt. Den Test werde ich auf jeden Fall noch machen, um ganz sicher zu gehen.



Sich gesund und bewusst zu ernähren, kann auf keinen Fall schaden.


Nickname 02.02.2008, 19.51

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Kommentare zu diesem Beitrag

4. von Eveline

Die "Don't Touch"-Liste liest sich ganz ganz ganz entsetzlich grausam.... :geschockt:
Die 19 Euro zur Sicherstellung würde ich ganz schnell freiwillig zahlen, bevor ich wochenlang auf Lebensqualität verzichte, vielleicht ist's ja doch was anderes... :traurig:

Ich wünsch's dir.....
:umarmen: Eveline

vom 05.02.2008, 13.46
Antwort von Nickname:

Das ist wohl wahr, aber deshalb werde ich sie auch nicht konsequent ignorieren.
Die Blutuntersuchung steht immer noch aus, wird aber nächste Woche in Angriff genommen. Ich befürchte aber ein positives Ergebnis, weil es mir OHNE besser geht.

3. von Frau Waldspecht

Oh je ...
Ich schließe mich den Ausführungen von Helmut an ...
Aber zu Wissen an was man denn nun leidet ist natürlich sehr beruhigend.
Ich bin mir sicher, dass du nicht verhungerst und ich werde dich im August sicherlich satt bekommen!
♥liche Grüße, Anette

:umarmen:

vom 04.02.2008, 17.06
Antwort von Nickname:

Bei Dir - Verhungern???? Das ist das gleiche, als würde der Weihnachtsmann Diät halten ;-)))))))
Außerdem werde ich mir dadurch nicht alles "verbieten". Ausnahmen bestätigen die Regel.

2. von Helmut

Wenn ich lese, was ich alles NICHT essen darf und keinen Vin rouge mehr genießen könnte, dann wäre ich übel dran. Ganz ÜBEL

:lachendmitschild:
Was ist der Auslöser für diese Krankheit? Ich schlage mich seit 1970 mit Heuschnupfen rum, der langsam abklingt....
Schöne Grüße aus dem Kraichgau
Helmut

vom 03.02.2008, 08.51
Antwort von Nickname:

Das ist allerdings ein harter Schlag für mich, weil ich doch Rotwein und Schokolade über alles liebe. Aber da ist weniger eben mehr.
Ein Auslöser gibt es nicht. Es wird einfach das benötige Enzym zuwenig produziert. Das kann schon immer so gewesen sein oder sich auch erst im Laufe des Alters entwickeln. Ändern kann man es nicht mehr - leider.

1. von Junifee

Oh je, besonder doll klingt das ja nicht. Aber gut, dass man wenigstens schon mal rausgefunden hat, was es sein kann.

Die Ernährungsumstellung sollte ja zu schaffen sein.

Ich wünsche dir ganz baldige Gesundung und schicke dir eine Umarmung.
Junifee

vom 03.02.2008, 07.32
Antwort von Nickname:

Ich war auch erst geschockt und habe gedacht: Was kann ich dann noch essen? Besonders in Verbindung mit meiner Laktove-Unverträglichkeit. Aber es gibt noch genug Lebensmittel.
Und dass ich nie mehr Rotwein, Käse oder Gambas essen werde, halte ich für ein Gerücht ;-))))))))


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